Die 6 Liebesstile mit Vor- & Nachteilen nach John Alan Lee

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‘Wenn es doch nur eine Art und Weise geben würde, um herauszufinden, ob wir wirklich füreinander bestimmt sind?’

Eine Frage, die sich viele Leute bereits von Hellsehern, irgendwelchen Matchmaker-Apps oder anhand ihrer Sternzeichen beantworten lassen. Auch wenn es für die ewige Liebe nie eine Garantie gibt, so gibt es dennoch viele Wege, sich selbst Trost, Vertrauen und Stärke in den verschiedensten Methoden zu suchen.

Und eine der berühmtesten davon sind ‘Die sechs Liebesstile’ nach John Alan Lee.

Was sich zuerst anhört, als wäre es eine Liste an Praktiken aus dem berühmten Kamasutra, basiert in Wirklichkeit auf dem Konzept des kanadischen Soziologen John Alan Lee. Er lebte nach dem Motto des berühmten griechischen Dichters, Homer: “Lass uns die Liebe zum Geschäft unseres Lebens machen”

Ein Satz, der auch die sechs Liebesstile beeinflusste, sie aus seiner Feder stammen. Doch was sind die sechs Liebesstile? Stellt euch vor, es gäbe, wie bei den Sternzeichen, Kategorien in denen man Liebe einteilen kann. Oder nach John Alan Lee: Die Stile, in denen Menschen in der Lage sind zu lieben.

Das würde gerade bei der Partnersuche oder beim Erhalten einer Beziehung vieles einfacher machen. Man müsste nur herausfinden, welcher Liebesstil selbst zu einem selbst oder dem Partner passt und schön besäße man eine Richtlinie, an der sich beide Parteien halten und orientieren könnten.

Vor allem kann man anhand des eigenen Liebesstils sich selbst besser verstehen und einordnen. Noch besser wird es, wenn es dem Partner genau so ergeht und man sich anhand des roten Fadens der Liebesstile durch die verschiedensten Situationen hangeln kann, wie z. B. einem Streit.

Auch können so die Unterschiede zwischen beiden Parteien besser wahrgenommen und aufgefangen werden, gerade falls man nicht denselben Liebesstil besitzt. Schon vor der Partnerwahl könnte man die Liebesstile als Leitfaden oder Orientierungspunkt benutzen. Wenn man bereits schlechte Erfahrungen mit gewissen Stilen gemacht hat oder bereits im Vorfeld weiß, dass gewisse Eigenschaften gar nicht oder perfekt zu einem passen, kann man spezifisch auf diese Dinge beim Daten achten. Besonders für unsichere Menschen, eine garantierte Hilfestellung.

Doch genug über die Erklärung der Liebesstile, es wird Zeit, euch die sechs Stile nach John Alan Lee vorzustellen!

1. Stil: Eros (leidenschaftliche/romantische Liebe)

  • Der meistverbreitete Liebesstil in der westlichen Gesellschaft
  • Erfordert eine starke emotionale Bindung
  • Gezeichnet von starker körperlicher und sexueller Anziehung
  • Geprägt von Leidenschaft und Sexualität
  • Zärtlichkeit und Erotik haben einen hohen Stellenwert
  • Starke Gefühle in der Nähe des Partners/der Partnerin
  • Sehnsucht und Nähegefühl des Partners/der Partnerin gegenüber
  • Gefühl der Verschmelzung, selbst nach dem Sex

Nachteile:

  • Intensive Gefühle der Leidenschaft und Romantik verschwinden über Zeit (der ‘Rosa-Rote-Brillen-Effekt’ hält durchschnittlich nur bis zu 3 Jahre)
  • ‘Romantik’ bedeutet für jeden etwas anderes (außerdem stirbt das Prinzip der ‘Romantik’ von Jahr zu Jahr mehr aus). Dies sorgt für Meinungsverschiedenheiten und dem Mangel an Gleichgesinnten
  • Wenn die Gefühle nicht die nächste tiefere Ebene einer Partnerschaft erreichen, stirbt die Liebe mit dem Verschwinden der Glücksgefühle (Rosa-Rote-Brille-Effekt)
  • Das Leiden von Menschen, die diesen Liebesstil leben, ist bei Streit und Krisen um einiges schlimmer als bei dem Rest (hohe Emotionalität und Wichtigkeit der Liebe)

2. Stil: Storge (freundschaftliche Liebe)

  • Beruht auf dem tiefen gegenseitigen Verständnis zum Partner
  • Der harmonischste Liebesstil
  • Man besitzt eine hohe Wertschätzung für die Persönlichkeit und den Charakter des Partners
  • Oft teilt man gemeinsame Interessen mit dem Partner oder engagiert sich für eine gemeinsame Sache (besonders, wenn beide denselben Liebesstil besitzen)
  • Wenn er die Basis der Beziehung ist, kann die Liebe eine lange Dauer haben

Nachteile:

  • Es mangelt an Leidenschaft
  • Kann zu freundschaftlich werden und die Beziehung deshalb zerstören
  • Entwickelt sich sporadisch zur Liebe, obwohl es manchmal besser ist, dass es bei einer bloßen Freundschaft geblieben wäre (nicht bei jeder Person ist es vorteilhaft, dass Gemeinsamkeiten verbinden)
  • Zu viele Gemeinsamkeiten/Alltagswiederholungen können die Beziehung einschläfern (kommt auf die Personen an)

3. Stil: Agape (altruistische/aufopfernde/selbstlose/Nächsten- Liebe)

  • Oft bei religiösen Menschen auffindbar (liegt an der hohen Wertschätzung der gläubigen Menschen)
  • Man sieht den Partner als eine Art ‘Segen’ oder als ‘Aufgabe’
  • Man opfert sich für den Partner/die Partnerin auf und kümmert sich um ihn/sie (das Wohl des anderen steht im Vordergrund)
  • Der Partner/die Partnerin, wird zum ‘Sinn des Lebens’
  • Höchste Freude ist es, für den Partner etwas zu tun
  • Bewährt sich besonders in schweren Zeiten als loyaler und starker Liebesstil
  • Grundlage für eine dauerhafte, lange Beziehung (wenn beide Parteien denselben Liebesstil/dieselbe Einstellung teilen)

Nachteil:

  • Hohe Selbstkritik (man hat oft das Gefühl, nicht genug zu tun/zu sein und fühlt sich schuldig)
  • Leichtes Opfer (Viele Menschen werden diese Aufopferung und Großzügigkeit auszunutzen wissen)
  • Kann den Partner verjagen (zu viel Aufmerksamkeit und Liebe, kann besonders charakterstarke Menschen abschrecken)

4. Stil: Mania (obsessive/eifersüchtige/rasende/besitzergreifende Liebe)

  • Leute haben oft ein geringes Selbstwertgefühl und versuchen dies durch die Partnerschaft auszugleichen
  • Man braucht immer einen Partner (als seelische Stütze und ‘sicheren Hafen’)
  • Gekennzeichnet durch die Intensität der Gefühle und Emotionen
  • Man stellt den Partner/die Partnerin auf ein Podest (Partner bedeutet einem alles)
  • Kann, sobald man seine eigene seelische Vollständigkeit erkennt (z. B. indem man durch einen Psychologen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl lernt) ein sehr erfüllter Liebesstil sein (nicht alle negative Eigenschaften werden verschwinden, aber sie werden weniger ausgeprägt sein, da man den Partner nicht mehr als ‘sicheren Hafen’ oder als Mittelpunkt der eigenen Existenz betrachtet)

Nachteil:

  • Extrem viele Hochs und Tiefs, die die Beziehung dauerhaft schädigen können (keine Beständigkeit/Ruhe)
  • Tiefste Gefühle der Liebe, nach Sex und der Erfülltheit, sind im ständigen Wechsel mit Angst und Eifersucht
  • Der Partner wird ständig überwacht und muss sich oft mit den geringsten Signalen der Untreue konfrontiert sehen (auch solche, die in den Augen des Partners keinen Sinn ergeben)
  • Ständige Eifersuchtsattacken
  • Unersättlichkeit nach Nähe, Bestätigung und Zeichen der Liebe
  • Oft zu hoher Anspruch an den Partner/an die Partnerin
  • Kann zur Besessenheit führen und sogar gesetzeswidrige Handlungen hervorrufen (z. B. Stalking)
  • Schreckt andere ab und drängt durch das Gefühl des Betrugs und der Abweisung, die Person mit dem Liebesstil dazu, noch tiefer in diesen zu versinken

5. Stil: Ludus (spielerische/unverbindliche/freie Liebe)

  • Hoher Drang nach Vergnügen
  • Kein Drang nach einer romantischen und vertieften Liebesbeziehung, nur Spaß
  • Oft wechselnde Partner, manchmal auch mehrere parallel
  • Selten Liebeskummer nach Trennung
  • Leichtigkeit in der Liebe erspart Stress
  • Findet sich leider oft unter ‘Lehrern’ mit spirituellem Hintergrund/Glauben

Nachteile:

  • Untreue
  • Keine richtige Erfüllung wie bei anderen Liebesstilen (Beziehung sind nur von kurzer Dauer und bleiben oberflächlich)
  • Man versucht Leere mit Bestätigung anderer zu füllen (so kann z. B. Sexsucht entstehen und bei Gegenwehr auch physische Gewalt eingesetzt werden)

6. Stil: Pragma (pragmatische Liebe)

  • Man hält aufgrund materieller und sozialer Vorteile voneinander vieles zusammen durch
  • Seltenster der sechs Liebesstile
  • Kommt meist aufgrund von Geschäftsbeziehungen oder religiösem Glauben zustande
  • Beziehungsaus nach Seitensprung oft unwahrscheinlich (Person mit dem Liebesstil ist sehr bodenständig und realistisch, was die Beziehung angeht. Ist außerdem williger, für die Beziehung zu Arbeiten oder Hilfe, in Form von Therapie, in Anspruch zu nehmen)
  • Kann als Ergänzung zu einem anderen Liebesstil, der Grundstein für eine dauerhafte Beziehung sein (man wird vom Partner mitgerissen und der Stil kann schnell gewechselt werden, z.B. zu romantisch/leidenschaftlich)
  • Während der Alltag oft Beziehungen übernimmt und manchmal sogar zerstören kann, wird dies den Leuten mit diesem Liebesstil kaum passieren (man hat einen anderen Blick auf die Beziehung)
  • Die aus dieser Liebesstil-entstehende Partnerschaft kann durchaus liebesähnliche Gefühle hervorrufen (der Partner hilft einem beim Erfüllen seiner eigenen Bedürfnisse)
  • Aus simplen Gefühlen wie Dankbarkeit und einer inneren Verbindung über dasselbe Schicksal kann sich durchaus eine echte Liebe entwickeln

Nachteile:

  • Die Beziehung basiert nur auf materiellen und sozialen Vorteilen (keine Tiefe in der Beziehung und keine echten Liebesgefühle verursachen Leere und Einsamkeit)
  • Mögliche Untreue auf beiden Seiten (weil die Erfüllung ausbleibt)
  • Kann ein Überbleibsel eines romantischen/leidenschaftlichen Liebesstils sein (meist ist dann die Zeit gekommen, sich zu trennen, sofern beide Parteien keine Arbeit mehr in die Beziehung stecken)
  • Druck des Zusammenbleibens durch diverse Themen wie: Geld, Kinder, gemeinsame Habseligkeiten, Arbeit oder Status
  • Geringe Leidenschaft
  • Im schlimmsten Fall, Hass auf den Partner (wenn man sich überhaupt nicht versteht, kann es schon vorkommen, dass man das Gefühl hat, dass der Partner einem das Leben ‘gestohlen’ hat)
  • Hoher Selbstbetrug um ‘seelisch’ zu überleben (man maskiert sich und unterdrückt die eigenen Gefühle/Psyche, nur um mitzuspielen. Dies kann schlimme emotionale Folgen bezüglich der eigenen Identität mit sich ziehen)  

Habt ihr euch in einen der sechs Liebesstilen wiedergefunden? Die Wahrscheinlichkeit dafür, wenn auch nur für ein Stück, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Immerhin sind die verschiedensten Charaktereigenschaften darin verwoben, die viele Menschen mit sich tragen.

Nichts ist in Stein gemeißelt

Auch wenn die Idee der sechs Liebesstile sicherlich seinen Beitrag dazu leisten wird, dass sich viele Menschen selbst besser verstehen werden und sogar den Partner, so sollten sie, wie alles andere auch, nicht als ‘Ultimatum’ gesehen werden. Eine echte Beziehung kann nur durch die gemeinsame Arbeit an dieser und einer stetigen Kommunikation am Laufen gehalten werden.

Ein Rezept zur ewigen Liebe, dass man einfach so, ohne Arbeit, ausgehändigt bekommt, gibt es nicht. Also auch wenn ihr euch in diesen Liebesstilen wiederfindet, heißt das noch lange nicht, dass sie euren Charakter, Beziehung und Zukunft bestimmen sollten. Nicht nur kann jeder leicht von diesen ‘Regelungen’ abweichen, noch sollte man sich von jemanden oder etwas vorschreiben lassen, was gut zu einem passt und was nicht.

Ein Rat ist immer gut und sollte auch oft beherzigt werden, aber Kommunikation ist der wahre Schlüssel zum eignen Herzen und dem des Gegenübers. Außerdem sollten die Liebesstile nicht als ‘Ausrede’ gelten, um mit den oben genannten negativen Eigenschaften durchzukommen.

Nur weil jemand eine extrem schlimme Beziehung hinter sich hat, betrogen wurde oder ein niedriges Selbstwertgefühl hat, ist dies keine Ausrede, den Partner 24/7 zu bewachen. Genauso muss jemand, der aus den verschiedensten Gründen eine zweckbedingte Beziehung eingegangen ist, diese nicht aufrecht erhalten und sich mit seinem Liebesstil abfinden. Oder jemand, der gerne Spaß im Leben hat, ist deshalb noch lange kein chronischer, zum Seitensprung tendierender Macho oder eine untreue Tussi.

Jeder hat selbst in der Hand, wie er auf etwas reagiert. Und wie vieles in der Welt gibt es nicht nur Schwarz und Weiß. Jemand, der romantisch ist, kann auch freundschaftlich sein. Jemand, der eifersüchtig ist, muss noch lange nicht obsessiv sein, es kann auch situationsbedingt sein. Eine Einstellung kann sich von einem Tag auf den nächsten einfach ändern, ohne Vorwarnung. Immerhin sind wir Menschen, zusammen mit unserer Umgebung, im ständigen Wandel.

Nehmt die sechs Liebesstile als Ratgeber wahr und intensiviert eure Gedankengänge über dessen Emotionen und was sie mit euch zu tun haben. Lernt anhand der Eigenschaften der Liebesstile, euch besser auszudrücken und mit euch auseinanderzusetzen, so wie mit eurem Partner und der Beziehung an sich.

Liebe kann nicht, so gerne wir uns es auch wünschen, punktgenau auf verschiedene Charaktereigenschaften übertragen werden, dafür sind wir Menschen an sich schon viel zu komplizierte Wesen, jeder mit seiner eigenen Definition von ‘Liebe’. Was wir aber können, ist von dem, was wir aufnehmen und als hilfreich erachten, zu lernen.

Dann am Ende ist sich ein bisschen zu verbessern, indem man sich mit solchen Thematiken auseinandersetzt, immer noch besser, als gar nichts zu machen und alles so zu lassen, wie man ist, während man still und leise vor sich hin leidet Sorgt dafür, dass ihr am Ende des Abends immer eine bessere Version von eurem gestrigen ‘Ich’ darstellt.

Auch in der Liebe.

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