Eifersucht? – Wie damit umgehen?

Ein kleiner Blick. Zu lange gestarrt. Plötzliches Lächeln. Oder doch ein Zwinkern?

Wir alle haben es vermutlich schon einmal erlebt. Man denkt sich nichts Böses, läuft durch die Einkaufsstraße, eine Diskothek oder ist spazieren und plötzlich steht da ein kleiner, ungewollter Flirt im Raum. Sei es, dass man die Person ist, die angeflirtet wird oder man selbst die Person ist, die vielleicht sogar unbewusst falsche Signale absendet.

Sieht eine Person besonders auffällig aus, erinnert sie einen an einen Bekannten, egal was es ist, einmal zu lange hingeschaut und schon kann ein fremder Mensch einem eine unerwartete, flirtähnliche Gegenreaktion schenken. Was erst einmal nichts Schlimmes ist und sogar als Kompliment gesehen werden könnte, wird problematisch, wenn man bereits in einer Beziehung ist oder noch schlimmer der Partner direkt neben einen steht, wenn diese Situation eintritt.

Schon steht sie im Raum – Die Eifersucht

Natürlich muss man hier differenzieren, wann bei wem die Eifersucht überhaupt einsetzt. Während für einige Partner die Eifersucht bereits damir beginnt, wenn man jemanden anderen anstarrt, haben andere wiederum nicht einmal ein Problem damit, wenn der Partner etwas ‘fremdflirtet‘. Für einige Partner reichen bereits Pornos oder Selbstbefriedigung aus, um die Eifersucht zu triggern, andere Partner wiederum setzen sich mit dazu und machen mit.

Abhängig davon, was wir als Menschen für Erfahrungen im Leben gemacht haben, vor allem in vorherigen Partnerschaften und was wir uns von einer Beziehung erhoffen/wünschen, kann es ganz schnell mal passieren, dass wir in die unangenehme Situation der Eifersucht rutschen. Unangenehm deshalb, weil oft genug Eifersucht leider in eine eher negative Richtung ausschlägt, als dass es der Fall sein müsste.

Denn eigentlich dient ‘eifersüchtig sein‘ eher als positives Alarmsignal und verhält sich so wie unsere Angst. Beides aktiviert sich, um uns zu alarmieren, dass etwas nicht stimmt. So gesehen, zeigen diese Reaktionen nur auf, dass unser Körper und unser Verstand so intelligent sind, diese Situationen, in denen diese Gefühle aktiviert werden, zu deuten und dementsprechend darauf zu reagieren. Dennoch ist gerade Angst eine der größten Indikatoren, warum Menschen falsche, böse oder dämliche Dinge tun.

Und leider übertragt sich dieses Muster auch auf die Eifersucht. Anstatt die Situation zu nutzen, um etwas aus der eigenen Eifersucht zu ziehen und daraufhin z. B. mehr Zeit mit dem Partner zu verbringen, auch um sich seine eigene Angst zu nehmen, findet meist eine Schuldzusprechung statt. Dabei sollte so etwas wie „Du hast schuld, dass ich deinetwegen jetzt eifersüchtig bin!“ in solchen Fällen gar kein Thema sein.

Natürlich gibt es auch hier wieder Ausnahmen. Wenn der Partner offensichtlich und vor allem absichtlich flirtet, egal ob er derjenige ist, der angefangen hat oder mitmacht, obwohl in der Beziehung ausgemacht wurde, dass dies nicht erwünscht ist, ist die eben genannte Schuldzusprechung mehr als berechtigt.

Dennoch finden genau diese eher aufgrund anderer Sachen statt. Wie bereits zu Anfang angedeutet, reicht es hier für einige Partner bereits aus, wenn Blicke ausgetauscht werden. Man selbst muss sich dabei nicht einmal etwas gedacht haben und starrt einfach in der Gegend herum, während man, ohne es vielleicht zu bemerken, die Blicke mit jemand anderen kreuzt und schon hat man Stress mit dem Partner, der direkt neben einen steht. Der Partner wird sofort wütend, obwohl man unbewusst gehandelt hat oder sogar im ersten Moment nicht einmal weiß, weshalb jetzt eine miese Stimmung herrscht.

Eifersucht kommt meistens unerwartet

Dies ist ein besonderes, extremes, aber dennoch realistisches Beispiel von Eifersucht, in dem der Partner seine eigene Eifersucht sofort in Wut umwandelt und dem Liebsten gegenüber eine Schuld zuspricht, obwohl der schuldzusprechende Partner selbst die Person ist, die hier das eigentliche Problem hat. Nämlich das Problem, dass hinter jedem Eifersuchtsanfall steckt und das ist ‘Vertrauen‘. Vertrauen ist einer der wohl größten Grundbausteine, in einigen Augen sogar der Größte, wenn es darum geht, das gemeinsame Haus der Beziehung aufzubauen.

Und dieser Grundbaustein kann, so stabil er auch steht, bei vielen Menschen genauso schnell Risse bekommen oder sogar komplett zerspringen oder wegbrechen. Abhängig davon, was eine Person erlebt hat, z. B. ob sie von einem vorherigen Partner betrogen, ausgenutzt oder schlimmeres wurde, kann dieser Baustein schon bereits zum Anfang der Beziehung wackeliger sein als bei anderen Personen.

Auch private Erfahrungen aus dem Elternhaus, Umgebung oder ein allgemein unsicherer Charakter können Grund dafür sein, warum es gerade beim Thema ‘Vertrauen‘ in der Beziehung so hapern kann. Vielleicht hat man selbst schon mal jemanden betrogen und man weiß deshalb, wie schnell oder ungewollt dies passieren kann. Alternativ hat der Partner sich in einer früheren oder in eurer aktuellen Beziehung bereits einen ‘Fehltritt‘ erlaubt. Was immer auch der Grund für eure oder die Eifersucht eures Partners ist, eines muss man sich klarmachen und zwar, dass Eifersuchtsgefühle erst einmal reale Gefühle sind und für die Person, die sie hegt, in deren Sicht berechtigt sind.

Immerhin hat man gewisse Erfahrungen gemacht oder besitzt aufgrund vergangener Geschehnisse dieser bestimmte Ängste. Man kann solch ein Gefühl wie Eifersucht nämlich schlecht simulieren, weshalb das Gefühl als Solches auch erst einmal ernst genommen werden sollte. Und sobald das Thema im Raum steht, ist dazu geraten, dieses auch schnell zu klären beziehungsweise darüber zu sprechen.

Am besten sogar noch bevor es das erste Mal passiert und man frisch in die Beziehung geht. Es sollte von Anfang an geklärt sein, was tabu ist und was nicht. Und dies sollte nicht in einer simplen Unterhaltung geklärt, auf die leichte Schulter genommen oder auf später verschoben werden, was nämlich genau der Grund ist, warum Paare viel später Problem mit genau dieser Thematik bekommen. Jeder hat seine eigenen Grenzen, Wünsche und Vorstellungen in einer Beziehung und gerade am Anfang sollten genau diese klar bekannt sein.

Grenzen klarmachen, sodass Eifersucht gar nicht erst aufkommen muss

Mag Partner A es z. B. nicht, wenn Partner B sich Pornos anschaut, obwohl Partner B dass sehr gerne macht und darauf nicht verzichten will, wird es später Probleme geben. Mag Partner A es z. B. nicht, wenn Partner B sich alleine mit seinen Freunden trifft, aber Partner B total gerne Zeit mit diesen verbringt, wird es später Probleme geben. Mag Partner A es z. B. nicht, wenn Partner B alleine feiern/in die Diskothek geht, obwohl weit bekannt ist, dass Partner B das gerne macht und man sich selbst vielleicht sogar so kennengelernt hat, dann wird es später ganz offensichtlich Probleme geben.

Und genau deshalb ist es wichtig, eben diese Dinge vorher zu regeln. Ansonsten können all diese Sachen, auf die man für den Partner zuliebe, von einem Moment auf den nächsten, plötzlich verzichten soll, unglaubliche Nachteile mit sich ziehen. Dies beginnt damit, dass man diese ‘verbotenen Dinge‘ im Geheimen beginnt zu tun, womit man das Vertrauen des Partners missbraucht und dessen Ängste nur weiter bestätigt. Sollte der Partner dies herausbekommen, werden die Zügel in der Beziehung vielleicht noch enger gezogen und ein endloser Kreis aus ‘Verbot steht – Verbotsbruch – noch härtere Verbote‘ beginnt, der kaum noch zu durchbrechen ist. Mal ganz abgesehen davon, dass man sich in der Beziehung von beiden Seiten nicht wertgeschätzt fühlt und sich genau dann die Dinge ereignen können, vor denen man eigentlich Angst hat. Sprich: Seitensprung oder eine Trennung.

Kurzum: Man gießt eigentlich nur immer mehr Öl ins brennende Feuer.

Auf der anderen Seite können solche plötzlich ausgesprochenen ‘Verbote‘ auch komplett auf eine Gegenreaktion stoßen. Man bricht sie, betrügt oder trennt sich erst recht. Anders herum kann es aber auch für die Person mit der Eifersucht sein, dass, wenn man diese Ängste nicht von Anfang an anspricht, dass man zukünftig auf taube Ohren trifft und nicht ernst genommen wird oder diese einfach ignoriert werden. Immerhin hat man es vorher nicht angesprochen und der Gegenüber weigert sich nun, aus dem Nichts heraus, etwas an seinem Lebensstil zu ändern und die eifersüchtige Person muss nun mit ihren Gefühlen ‘leben‘. Eine ebenfalls nicht alt zu nette Prozedur, vor allem, da man solche sensiblen Gefühle des Partners stets ernst nehmen sollte.

Wie man also sieht, sollte immer sofort geklärt werden, wo eure persönlichen Grenzen sind. Was sind die Dinge, die euch eifersüchtig machen in einer Beziehung? Fragt dies auch euren Partner! Denn egal wie sehr ihr jemanden liebt, wir haben alle unsere Grenzen und Wunschvorstellungen und die Liebe alleine wird leider niemals ausreichen, genau diese Dinge für immer und ewig zu verschieben oder zu ignorieren. Es sollte von Anfang an geklärt werden, ob man mit dem Verbot oder der Unterbindung der Dinge, die den Partner eifersüchtig machen, klarkommt.

Es müssen Kompromisse gemacht werden auf beiden Seiten und es sollte beiden auch klar sein, dass man diese Dinge, die einen eifersüchtig machen können, nicht immer und zu jeder Tages- und Nachtzeit verhindern kann. Es wird unweigerlich dazu kommen, dass irgendwann mal jemand irgendwie eifersüchtig sein wird. Sei es, weil der Partner gerade unbewusst mit jemanden flirtet, obwohl er nur nett sein will oder weil man ungewollt gewisse Blicke auf sich zieht. Und wenn dies eintritt, dann sollte man dem Partner deshalb auch nicht böse sein, dass man sich seinetwegen (und der Eifersucht wegen) so mies fühlt, sofern der Partner diese Situation nicht absichtlich herbeigeführt hat.

Kommunikation ist wie immer das A und O in einer Beziehung und der Schlüssel, Eifersuchtsanfälle zu verhindern und im Keim zu ersticken, bevor sie überhaupt auftauchen. Sprecht also miteinander, informiert euch so früh es geht über die Bedürfnisse/Gedanken eures Partners diesem Thema gegenüber und lasst euch auf gar keinen Fall in eine dieser Endlosschleifen fangen, in denen Eifersucht als allmächtige Ausrede benutzt wird.

Eifersucht sollte kein Druckmittel werden

Denn es passiert leider oft genug, dass Menschen ihre Eifersucht benutzen, um den Partner mit Verboten nur zu überschütten und ihn so zu modellieren, wie man ihn gerne hätte. Es ist eine Sache, wenn man selbst keine guten Erfahrungen im Thema ‘Vertrauen‘ gemacht hat, aber wenn man dies kommuniziert hat und der Partner sich dementsprechend ordentlich benimmt und er dennoch so viele Dinge, die er mag, aus reiner Eifersucht heraus verboten bekommt/oder nur noch zusammen mit dem Partner machen darf, läuft in der Beziehung definitiv etwas verkehrt.

Beziehungen basieren auf Vertrauen und dementsprechend sollten sie auch funktionieren, und zwar beidseitig. Ständig Grenzen für den anderen zu setzen, obwohl man selbst das Problem hat, nicht loslassen zu können, aus Angst, der Partner baut Mist oder wird angeflirtet/verliebt sich neu, ist eine ganz falsche und vor allem miese Herangehensweise. Wenn man selbst das Vertrauen in den Partner nicht aufbringen kann, obwohl dieser alles Mögliche tut, um einem selbst das Gefühl der Eifersucht zu nehmen, muss man an sich etwas ändern.

Wenn man selbst die Person ist, der das Vertrauen in die Beziehung fehlt und trotzdem mit Verboten und Grenzen den Liebsten bestraft, wird dieser auch eher dazu tendieren, diese irgendwann zu brechen, den Partner nicht mehr ernst nehmen oder sich vielleicht sogar trennen, weil er sich berechtigt ungerecht behandelt fühlt. Denn er muss ständig zurückstecken und aufpassen euch nicht zu verletzen, während man selbst nur daran denkt, seine eigene Eifersucht nicht zu triggern oder in dem Fall, triggern zu lassen.

Dies zeigt ganz klar, dass der Partner, der Grenzen und Verbote aufweist, sich mehr für den Schutz seiner eigenen Bedürfnisse einsetzt, als mit dem anderen Partner in den Dialog zu gehen und herauszufinden, was man gemeinsam machen kann, um die Angst vor der Eifersucht zu lockern. Denn so, leidet nur der verzichtende Partner und man selbst nicht. Dabei muss die Person, die die Verbote und Grenzen ausspricht, ebenfalls an sich arbeiten. Immerhin kann der Partner nicht sein Leben lang auf all diese Dinge achten, vor allem, wenn sie ihm Spaß bringen, was die ganze Situation noch unfairer macht.

Natürlich ist es super, wenn man für den Partner wegen auf gewisse Dinge verzichtet oder diese weniger macht, aber dies sollte man in keiner Beziehung voraussetzen. Außerdem sollte es für solch ein Handeln auch einen entsprechenden Ausgleich geben. In solch einem Fall könnte der Partner mit dem großen Eifersuchtsproblem z. B. einen Therapeuten aufsuchen, um die Ängste hinter dem mangelnden Vertrauen zu lindern, sollte dies die Beziehung, aber vor allem den Partner massiv einschränken/unter Druck setzen.

Denn auch eine schnelle aufkeimende Eifersucht ist, wie vieles im Leben, keine Ausrede, einfach seinen Kopf durchsetzen zu können. Denn leider benutzen viele ihre Eifersucht, um den Partner, wie eben beschrieben, einzuschränken, um ihn umzumodellieren/umzuerziehen (Manipulation), zur (voll)ständigen Überwachung (Stalking) oder sogar schlimmeren Sachen.

Dabei ist Eifersucht wie jedes Gefühl, das wir besitzen, auch noch geplagt von vielen Gerüchten und Fehlglauben wie:

  • „Wenn dein Partner nicht eifersüchtig wird, dann liebt er dich auch nicht.“
  • „Wenn du eifersüchtig wirst, ist es bereits zu spät und du wurdest bereits seelisch betrogen.“
  • „Wenn du Eifersucht spürst, musst du deinem Partner Grenzen aufweisen. Das geht so nicht!“

und viele andere Dinge.

Dabei ist Eifersucht, nur Eifersucht.

Man sieht das, was einem unglaublich viel bedeutet, durch etwas bedroht und ein unangenehmes Gefühl macht sich deshalb breit. So unangenehm es auch sein mag, so ist und bleibt es dennoch das Signal von eurem Körper, aber vor allem von euren Gefühlen/Gedanken, dass diese Person, die diese Gefühle in euch weckt, sehr besonders für euch ist. So gesehen ist Eifersucht nichts weiter als ein Liebesbeweis. Einer der wohl reinsten den wir Menschen besitzen und den keiner, so gut er es auch möchte, verstecken kann.

Lasst also nicht zu, dass dieses Gefühl, das eigentlich ein Beweis der Liebe symbolisieren soll, einen faden Beigeschmack in eurer Beziehung hinterlässt. Nehmt es als Anreiz, wenn es aufkommt und macht daraus etwas Schönes. Verbringt extra viel Zeit zusammen, seht es als Herausforderung an, euch heute besonders viel Mühe mit eurem Partner zu geben oder nehmt es einfach als das an, was es ist: Nämlich euer Alarmsystem für eure Liebsten.

Wenn es gar nicht anders geht, redet mit eurem Partner darüber und verschafft euch Bestätigung und/oder Klarheit. Es hängt einzig und alleine an euch, was ihr aus diesem Gefühl macht. Wollt ihr euch wirklich die Suppe der Liebe versalzen lassen, nur weil ihr eure ganzen gemeinsamen Erinnerungen, Zeit und Liebe von einem leicht unwohlen Gefühl übermannen lasst, dass aus eurer eigenen Angst entstanden ist? Oder seid ihr stärker als eure eigene Angst und vertraut eurem Partner mehr als eurem eigenen Alarmsystem, das bei Weitem weniger aktiv ist als die Gefühle, die ihr rund um die Uhr für euren Partner empfindet?

Die Entscheidung liegt bei euch.

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