Familienzeit, Paarzeit, Alleinzeit

Zeit ist nicht nur kostbar, sondern wir sind in der Lage, sie mit all dem zu füllen, was wir möchten. Auch wenn wir unsere Pflichten zu erfüllen haben, arbeiten müssen und schlafen, so ist Zeit dennoch da und umgibt unser Leben, während sie uns auch gleichzeitig formt.

Wie jeder weiß, hat jeder Tag ‘nur’ 24 Stunden. Und diese 24 Stunden haben wir 365 Mal im Jahr, bevor wir ein neues Lebensjahr beschreiten. Was wie viele für viel Zeit klingt, ist in Wirklichkeit sehr wenig. Gerade, wenn man viel zu tun hat und ein etabliertes Leben besitzt.

Wenn Leute älter werden, ihren Platz in der Gesellschaft gefunden haben, fällt nicht umsonst öfter der Satz:„Die Zeit vergeht schneller, je älter man wird.“ Als Ehepaar, das eine Familie gegründet hat, ist ein gemeinsamer Zeitplan unabdinglich und knapp geplant. Vor allem, wenn die Kinder noch sehr jung sind. Es gibt kaum Zeit zu zwei und noch weniger Zeit für die jeweiligen Personen alleine.

Dabei sind genau das besonders wichtige Faktoren, die ein Paar, aber auch einzelne Personen bitter nötig haben, um zu funktionieren. Was kann man also tun, um die Zeit als Familie, als Paar oder auch einzeln am besten zu nutzen oder sich überhaupt Zeit zu machen?

Familienzeit

Ein Muss, wenn ihr Kinder habt. Ihr kommt alleine schon von der Gesetzgebung her, nicht drum herum, euch um eure Kinder zu kümmern. Die Eltern haben das Recht und die Pflicht, sich um ihre Kinder zu kümmern, dazu gehört besonders ihnen die besten Entwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, die man als Elternteil ermöglichen kann. Und ein wichtiger Faktor davon ist, wer hätte es gedacht, Liebe.

Liebe ist besonders wichtig für ein Kind, um eine sichere, gebundene Verbindung zu den Eltern aufzubauen. Es muss sich verstanden fühlen, merken, dass es einen Rückhaltsort hat, wenn etwas schiefgehen sollte. Nur wenn ein Kind eine gute Verbindung zu seinen Eltern hat und ihnen vertraut, kann die bestmögliche Entwicklung gewährleistet werden.

Wichtig sollte bei der Familienzeit auch sein, dass sie so fair wie möglich gestaltet wird. Auch wenn man als Elternteil am längeren Hebel sitzt, sollte man dem Kind nicht die Möglichkeit nehmen, an dem Event zu partizipieren. Es sollte mitentscheiden und merken, dass es ein Teil der Familie ist. Dies ist auch schon im Kindergartenalter besonders wichtig.

Auch wenn die Wünsche aller nicht jedes Mal berücksichtigt werden können, sollte man eine realistische Lösung finden, sodass jeder, wenn auch vielleicht abwechselnd, auf seine Kosten kommt, wenn eine gemeinsame Unternehmung geplant wird.

Dazu können Unternehmungen gehören, wie:

Ein Spieleabend:

Dies können Brettspiele sein, Kartenspiele, Memory und vieles mehr. Aber auch wenn die Kinder älter sind, Computerspiele.

Tipp für Eltern: Es lohnt sich immer, sich mit den Interessen der Kinder zu beschäftigen. Die Kinder werden es wertschätzen, wenn man sich dazu setzt und mitmacht, wie z. B. bei Videospielen. Außerdem haben die Eltern dann immer eine Vorstellung, mit was genau sich ihr Kind beschäftigt (dient auch zum Kinderschutz).

Ein Filmeabend:

Von Serien bis Filmen kann man sich alles anschauen. Wie bei den Computerspielen sollte aber auch hier auf das Alter, Genre und die Dauer geachtet werden (darunter kann auch das Kino fallen).

Ein Ausflug:

Zum Strand/Badesee, Freizeitpark, in den Park zum Picknicken, spazieren gehen z. B. in den Wald, Tierpark, Schwimm- oder Freibad, Shoppingausflug, Ferienhof, verreisen, campen, Fahrradfahren, Kinder-Paradies, Bouldern, (Mini-)Golf spielen, Bowlen/Kegeln, gemeinsam Essen gehen, Barfußwanderung, spezielle Shows/Aktivitäten besuchen (z. B. Museen, Messen, Bauernhofbesuch, Kindertheater, Jump-House, Schlossbesuch, Führungen etc.), gemeinsame Seefahrten, Geocachen, zusammen Pokémon-Go spielen (wenn die Kinder älter sind und dies sich mit ihren Interessen abdeckt), zusammen reiten, Rollerskater fahren, Eislaufen/Ski fahren, Boßeln gehen, gemeinsam Fußballspielen/Badminton, Unterschlupf in der Wildnis bauen, gemeinsam in der Natur kochen, Kartfahren, gemeinsames paddeln (z. B. im Kanu), wandern, Aquarium, Kino, Bibliothek, eine Schnitzeljagd machen, Lasertag, Hochseilgarten, Escape Rooms, Floh- Jahrmarktbesuch, Tierheimbesuch, uvm.

Basteln und Malen:

Setzt euch mit den Kindern oder Jugendlichen hin und bastelt und malt etwas Schönes. Dabei sind der Kreativität, so wie den Materialien, keine Grenzen gesetzt. Wenn Papier euch nicht mehr ausreicht, weicht zum Holz und Werkzeug aus und baut etwas gemeinsam.

Sport machen:

Dies kann vom Fußballspielen im Garten bis hin zum gemeinsamen Training der nahe liegenden Sporthalle reichen. Meldet euch zusammen für einen Sportkurs an oder trefft euch zusammen einmal in der Woche in der Stube und macht zusammen Sport (Ja, auch dafür können Videospiele wie ‘Wii Fit’ genutzt werden, um die Kinder, sofern sie alt genug sind, noch mehr anzuspornen).

Musik:

Lernt ein gemeinsames Instrument, zeigt euch eure Lieblingslieder, tanzt zusammen (auch dafür gibt es wieder ein Videospiel ‘Let’s Dance’), singt Karaoke (Spiele: ‘Singstar’ und ‘Let’s Sing’), besucht einen Tanzkurs zusammen oder sucht euch eure Lieblingslieder heraus und werft sie alle auf einen USB-Stick, den ihr euch auf jeder Autofahrt anmachen könnt. Singt lauthals im Auto mit und plant Aktivitäten herum um Musik. Kinder, die viel mit Musik aufwachsen, haben später ein wichtiges Medium, dass sie nicht nur mit ihren Eltern verbindet, sondern ihnen Geleit beim Aufwachsen bietet. Außerdem fördert Musik im frühen Alter die Sprachentwicklung.

Seit kreativ:

Neben Malen, basteln und Musik hören kann man auch allgemein die Kreativität fördern. Dazu gehört z. B. zusammen Lesen, Traumreisen, Fotos machen und einkleben, sich gemeinsam zu verkleiden/Modenschau machen, ein eigenes Theaterstück mit Sockenpuppen zu basteln, den Garten zusammen schön machen, Blumen/Gemüse pflanzen, ein Insektenhotel basteln oder zusammen einen Stock zurecht schnitzen fürs Marshmallow rösten.

Paarzeit

Genau wie gemeinsame Zeit mit den Kindern ist es auch besonders wichtig, etwas Zeit zusammen zu finden. Gerade weil man als Paar stets zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen muss, ist es wichtig, dass ihr eure Bande so gut es geht, stärkt. Gerade in einer Familie mit Kindern ist Zusammenarbeit wichtiger als alles andere und sollte daher auch für eure psychische Gesundheit stets von eurer besseren Hälfte gesichert werden. Selbst wenn ihr euch mal nicht einigen könnt, ist es essenziell, dass ihr gemeinsame Zeit für euch findet, um euch und eure Kinder zu reflektieren und euch währenddessen nicht aus den Augen zu verlieren.

Gemeinsame Erinnerungen und Erlebnisse sind hier der Schlüssel, damit ihr auch trotz Turbulenzen weiterhin füreinander da seid.

Hier ein paar Vorschläge, wie ihr diese Zeit verbringen könnt:

Spieleabend:

Spielt zusammen ein paar Brett- oder Videospiele.

Tipp: Gerade für Pärchen gibt es einige erotische Brettspiele. Informiert euch online und sucht euren Favoriten raus. Spaß und neue Entdeckungen garantiert!

Filmabend:

Ob ihr euch nun für einen schönen romantischen Abend im Kino entscheidet oder zu Hause bleibt, für ein paar Filme oder Serien. Denn gerade beim Verschlingen von Filmen/Serien hat sich herausgestellt, dass dies eine Beziehung erheblich verbessern kann. Das Erleben einer gemeinsamen Reise durch Filme/Serie kann sich nämlich als kleines Abenteuer herausstellen, dass eine Beziehung nachträglich positiv beeinflussen kann.

Ein Ausflug:

Siehe Ausflugsziele bei ‘Familienzeit’

Gemeinsames Hobby:

Egal ob ihr zusammen einen Kurs besucht, zusammen Sport macht, zusammen kocht, eure Wohnung/Garten verschönert, zusammen etwas für die Wohnung bastelt, Hörbücher anhört, angeln geht, oder, oder, oder.

Sobald ihr etwas gefunden habt, was euch zusammen Spaß macht, solltet ihr daran festhalten. Denn Gemeinsamkeiten binden und können eine gute Vorfreude auf die nächste gemeinsame Zeit bieten. Und Vorfreude lässt einen Alltagsschwierigkeiten leichter überwinden.

Dates & Sex:

Geht aus, besucht alte Orte, die ihr früher zusammen besucht habt, macht einen romantischen Abendspaziergang, einen Wochenend-Mini-Urlaub, schwelgt in alten Erinnerungen und holt euch euer Liebes-Leben zurück. Besonders Intimitäten sind wichtig für eine Beziehung. Ob ihr nun mit einem heißen Brettspiel, einem Film, Spielzeug oder neuen Ideen/Praktiken nachhelft, es tut immer gut, das Feuer der Liebe neu zu entfachen. Gerade bei Eltern ist dies besonders wichtig, um sich, zwischen dem anstrengenden Alltag, nicht aus den Augen zu verlieren.

Alleinezeit

Genauso wichtig wie die Zeit zu zweit ist es auch wichtig, manchmal Zeit für sich alleine zu haben. Und wir reden hier nicht von ‘Pass mal kurz auf die Kinder auf, damit ich kurz einkaufen gehen kann. Ich komme in einer Stunde wieder‘-Pause, sondern von einer richtigen Auszeit, um sich selbst zu sammeln und Kraft zu tanken.

Denn neben der Erhaltung der Beziehung und der Kinder ist es auch wichtig, sich selbst sich nicht in all den Verpflichtungen der Familie zu verlieren. Wie will man sich immerhin all den anderen Sachen vollkommen und mit ganzen Herzen hingeben und helfen, wenn es einem selbst unglaublich schlecht geht?

Das ist nicht nur kontraproduktiv, sondern auch fahrlässig den anderen Personen im Haushalt gegenüber. Die Stimmung kann anstecken, andere runterziehen oder schlimmer noch, erreicht solch einen schlimmen Stresslevel, dass es selbstverletzend wird oder andere verletzen kann. Wenn ihr nicht ‘funktioniert’, macht ihr alles nur noch schlimmer.

Und um genau das zu verhindern, hier ein paar qualitative Vorschläge die Zeit alleine zu nutzen:

Hobbys:

Egal was ihr für Hobbys habt, nutzt diese, um wieder Kraft zu tanken. Hobbys halten eure Individualität am Leben, wenn ihr mal das Gefühl habt, dass euer Familienleben euch komplett weg-konsumiert. Nehmt euch Zeit für eure Hobbys und zeigt eurer Familie, dass ihr auch noch ein eigenes Leben habt.

Selbstreflexion:

Ein wichtiger Teil eurer Selbsterhaltung ist eure Psyche. Wenn ihr denkt, es wird zu viel, dann solltet ihr versuchen, anders zu planen. Was läuft schief? Auf was kann ich verzichten? Auf was müssen die Kinder mal verzichten? Wo kann mein Partner mir helfen? Überlegt euch genau, was gerade schiefläuft und sucht den Fehler. Auch könnt ihr euch fortbilden. Lest Bücher über Kommunikation, um die Streit-Möglichkeiten in der Familie, die zusätzlich Stress verursachen, zu minimieren. Geht in euch, was könnt ihr verbessern? Was können eure Partner und Kinder besser machen?

Es ist unglaublich wichtig, neben all dem Familienleben auch den persönlichen Frieden zu erhalten. Es gibt viel zu wenig Zeit im Alltag, Streitgesprächen oder psychischen Problemen nachzuhängen. Also nutzt eure Alleinzeit, um zu lernen, diese Sachen besser zu klären, damit umzugehen oder gewisse Situationen ganz zu verhindern/vermeiden. Denn diese Probleme so zu lassen, raus zu zögern oder sich gar nicht damit zu beschäftigen, wird alles nur noch schlimmer machen. Vertraut uns, es wird sich lohnen. Denn wenn ihr erst einmal der Probleme besser Herr werdet, werden euch diese erlernten Strategien nicht nur Nerven, sondern auch Zeit sparen.

Schlafen:

Ein weitunterschätztes und wichtiges Utensil, dass gerade Eltern mit sehr jungen Kindern oft fehlen wird. Sei es nun ein längeres Schläfchen oder ein schneller ‘Power-Nap’ (kurzer, energieauffüllender Schlaf), den selbst die Harvard School auf Public Health unterstützt. Diese fanden nämlich heraus, dass der Kurzschlaf nicht nur hilft, wieder Energie zu finden, sondern auch um 37% das Infarktrisiko bei Herzkranken senkt. Macht es euch gemütlich und tankt etwas Energie nach.

Freunde/Familie besuchen:

Etwas, was man auch mit der Familie oder dem Partner machen kann. Dennoch ist es wichtig, gerade bei den Freunden, sich auch mal wieder alleine blicken zu lassen. Jeder braucht mal seine Alleinzeit und möchte persönliche Gespräche mit seinen Freunden führen oder einfach nur, ohne Verpflichtungen, Zeit mit jemand anderen verbringen. Immerhin war dies, in einer Zeit vor der gemeinsamen Familie, Alltag. Holt euch diese Zeit immer mal wieder zurück! Geht aus! Trinkt etwas zusammen, geht in die Diskothek, macht euch einen schönen Abend.

Zieht Kraft daraus, festigt die Freundschaften, holt euch einen Rat, seht andere Gesichter und kehrt gestärkt zu eurem Familienleben zurück und freut euch auf das nächste Treffen. Was sich jetzt viele von euch sicherlich fragen …

Alles schön und gut, aber wie sollen wir das alles machen!? Wir haben keine Zeit für so etwas!

Zeiten schaffen

Kinder ‘abgeben’:

Ob es nun bei einem Babysitter ist oder ob ihr Familie/Freunde um Hilfe fragt, es sollte immer Möglichkeiten geben, dass ihr euch Zeit für euch nehmen könnt. Auch könnt ihr euch, um euren Partner ab und zu entlasten und Freizeit zu schenken, gegenseitig auf die Kinder aufpassen. Selbst wenn ihr niemanden habt, der euch helfen kann, gibt es immer noch Angebote wie ‘Großeltern zum Ausleihen’, in dem sich einsame Senioren anbieten, ein Teil eurer Familie zu werden und mit den Kindern zu helfen. Informiert euch und probiert es einmal aus!

Gelegenheiten nutzen:

Es muss nicht immer alles romantisch sein. Vergesst, dass ihr nicht frisch geduscht seid, euch nicht hübsch gemacht habt oder noch den Haushalt machen müsst. Das kostet alles Zeit, die ihr nicht habt! Sobald die Kinder die Türschwelle verlassen haben, nutzt die Gelegenheit! Legt Termine anders, bringt die Kinder mal eine halbe Stunde früher zu ihren Freunden, bevor es gleich weiter zum Einkaufen geht und nutzt jede Gelegenheit, die sich bietet für gemeinsame qualitative Momente zu zweit oder einzelne ruhige Stunden.

Verhandeln:

Ihr möchtet Zeit für euch haben und die Kinder nebenbei sogar noch erziehen? Das geht.

Selbst kleine Kinder verstehen die einfachen Regeln von Anklopfen und erst dann reinkommen. Dies soll natürlich keine ‘Dauerregel’ werden, aber auch Kindern kann man erzählen, dass Mama und Papa mal eine Stunde ‘schlafen gehen’ möchten oder ‘Zeit für sich’ haben wollen. Bringt eurem Kind bei, in dieser Zeit anzuklopfen, um unangenehme Situationen zu vermeiden (Abschließen/Schlüssel anfertigen ist auch eine Möglichkeit). Alternativ kann man das Kind auch fragen, was es gerne machen möchte und diese eine Stunde dann eine Ausnahmeregelung (als Ablenkung) für das Kind einräumen, um Zeit für sich zu haben. Verhandelt mit euren Kindern und bekommt dabei nicht nur etwas Freiraum zurück, sondern lehrt euren Sprösslingen nebenbei noch Partizipation.

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