Kommunikation in der Partnerschaft

Egal um was es in eurer Beziehung geht, man könnte sogar sagen, egal um was es in eurem ganzen Leben geht, Kommunikation ist immer wichtig. Man muss in der Schule kommunizieren, um gute Noten zu bekommen.

Man muss kommunizieren, um einen Job zu bekommen und ihn zu halten. Man muss kommunizieren, um seine Bedürfnisse mitzuteilen. Man muss mit seinen Mitmenschen kommunizieren, um auf sie einzugehen, um Freundschaften und Beziehungen zu gründen/am Leben zu erhalten. Zu genau diesen Kommunikationsarten gehört nicht nur die Art, wie ihr untereinander kommuniziert, sondern auch, worauf ihr beim Kommunizieren achten müsst.

Daher haben wir hier einige Tipps für euch, um eure Kommunikation zu verbessern

Kommunikationsregeln

Ja, es gibt kommunikative Regeln, an die man sich, wenn man alles richtig machen möchte, halten sollte.

Besonders in einer Beziehung!

Einer der berühmtesten Verfechter dieser Regeln ist der deutsche Psychologe Friedmann Schulz von Thun. Seine berühmteste Entdeckung: Das Kommunikationsquadrat. Laut seinem Kommunikationsquadrat gibt es vier verschiedene Arten und Weisen, wie ein Satz ankommen kann.

So kann der Satz …

‘Bitte mach das Fenster zu’

… auf einer sachlichen Ebene verstanden werden. Das heißt: Der Satz ist so gemeint, wie er gesagt wurde. Es werden keine Hintergrundgedanken hineinprojiziert, es ist lediglich das gemeint, was gesagt wurde.

Der Satz kann aber auch auf einer Appellebene verstanden werden. Das heißt: Hinter dem Satz steht ein Hintergedanke. In dem Fall der Appellebene wird eine Bitte ausgesendet. Bei ‘Bitte mach das Fenster zu’ sollte die Bitte offensichtlich sein, nämlich das Fenster zu schließen.

Dann gibt es noch die Beziehungsebene. Das heißt: Der Satz wird persönlich gewertet. Er kann als Interpretation zur Beziehung des Satzsprechers und des Satzempfängers gewertet werden. In dem Fall könnte ein Empfänger denken, dass der Sender zu faul ist, das Fenster zu öffnen und würde dies persönlich nehmen.

Zum Schluss gibt es noch die Ebene der Selbstoffenbarung. Das heißt: Was gibt der Sender des Satzes von sich zu erkennen? In dem Fall des offenen Fensters könnte der Empfänger zum Beispiel denken, dass der Satzsender friert.

Diese vier Varianten gelten allerdings nicht nur für diejenigen, der den Satz hört, sondern auch für diejenigen, der den Satz sagt. Der Satzempfänger interpretiert in den Satz das hinein, was er versteht, aber der Empfänger hat auch seine eigenen Absichten, als er den Satz mitteilt.

So kann der Satz ‘Bitte mach das Fenster zu’ von dem Sender komplett sachlich gemeint sein. Auf der anderen Seite kann der Sender dies auch auf der Appellebene gesendet haben, nämlich mit der Bitte, das Fenster zu schließen, weil er zum Beispiel nicht ran kommt.

Dann gibt es noch die Beziehungsebene, in der der Sender z. B. genervt ist, weil er immer diejenige ist, der das Fenster schließen muss und nun wünscht, dass der Partner sich einmal dazu bewegen könnte. Und dann gibt es noch die Selbstoffenbarung, in der der Sender sagen könnte ‘Mir ist kalt, bitte schließ das Fenster, du sitzt näher dran’.

Wie man sieht, gibt es also sehr wohl ein System hinter der Kommunikation, die wir tagtäglich betreiben.

Die meisten Probleme in diesem System entstehen nämlich erst darin, es nicht zu erkennen oder schlimmer noch, es nicht zu beachten (für sich zu nutzen). Dabei sollte das Kommunikationsquadrat gerade in Beziehungen ein sehr wichtiges Tool sein, um schneller Streits oder dergleichen aufzulösen.

Anstatt über viele Sachen zu sprechen, werden viele Paare nämlich irgendwann laut oder beleidigend. Sachen, die zu einer Problemlösung z. B. überhaupt nicht beitragen und nebenbei auch noch den Partner einschüchtern.

Mit einem System wie dem Kommunikationsquadrat lässt sich so etwas allerdings vermeiden.

Wie man das Kommunikationsquadrat benutzt

Sobald der Streit läuft, kann sich einer von euch aus dem Gespräch rausnehmen (aufhören zu kontern/sich rechtfertigen/sich zu verteidigen) und fragt ganz einfach nach, wie der Partner sich fühlt und wie das, was er sagte, denn gemeint war.

In diesem Fall begibt man sich auf die Meta-Ebene. Man verlässt den Streitkreis und versucht herauszufinden, wie der Streit zustande gekommen war, während man den Streit, im Prozess, aufschlüsselt. Wie bei einem Knoten. Dieser Schritt ist oft der essenzielle Vorgang, der die meisten Streits aufbricht. Denn Missverständnisse sind ein häufiger Grund für Streits.

Z. B: Der Sender meinte den gesagten Satz ‘Bitte mach das Fenster zu’ eher sachlich, während der Sender, z. B. weil er einen miesen Tag hatte, den Satz auf der Beziehungsebene versteht und sich sofort angegriffen fühlt.

Das Problem kann durch die Anwendung der Meta-Ebene meist nicht nur schnell geklärt werden, sondern man lernt auch mehr über die Gedanken des Partners und dieser, fühlt sich im Vorgang wertgeschätzt, denn ihr habt nachgefragt wie es ihm gerade geht und was denn eigentlich gemeint war.

Auch bei anderen Arten von Streits/Diskussionen über Meinungsverschiedenheiten kann das Kommunikationsquadrat helfen, den Partner besser zu verstehen. Denn Verständnis stärkt die Nachvollziehbarkeit und erhöht damit euren Drang, dem Partner trotz Meinungsverschiedenheit zu helfen/zu verstehen.

Genauso wichtig wie die Aufschlüsselung der gemeinsamen Kommunikation sind allerdings auch das Einhalten kommunikativer/allgemeiner Regeln, wenn man mit anderen Menschen kommuniziert.

Allgemeine Regeln zur Kommunikation

  • Eine Diskussion ist nicht da, um den Gegenüber von seiner Meinung zu überzeugen, sondern um einen Einblick in seine Gedankenwelt zu geben. Der Austausch liegt hier im Vordergrund. Eine Diskussion ist kein Wettkampf. Hier geht es nicht ums Gewinnen
  • Die Gefühle des anderen abzuwerten oder dem Gegenüber das Recht abzuerkennen, so zu fühlen, wie man sich fühlt, ist nicht nur fragwürdig, sondern ähnelt auch der berühmten Manipulationsmethode von ‘Gaslighting’. Dies ist ein absolutes Taboo und sollte nicht geduldet werden!
  • Jede Meinung ist wichtig. Auch wenn man etwas absolut nicht nachvollziehen kann, sollte man dennoch lernen, es zu akzeptieren. Denn Akzeptanz sorgt nicht nur dafür, dass man selbst mit einem Thema besser abschließen kann, sondern man schützt sich damit auch selbst, falls man nicht in der Lage ist, etwas zu ändern
  • Gewalt ist keine Lösung! Wer Gewalt anwendet, egal ob psychisch oder physisch, hat kein anderes Geschenk als einen Polizeianruf verdient! Niemand hat das Recht, jemanden anderen zu unterdrücken, indem man mit Gewalt, Selbstverletzung, Ignoranz/Stille oder anderen Sachen droht. Das ist ein Geschriebenes gesetzt, für das es keine Ausnahmen gibt! Eine Person, die euch das antut, schätzt euch nicht wert! Sonst würde sie es nicht tun.

Wie man sieht, gibt es viele Sachen, auf die man während des Alltags achten sollte, wenn man mit anderen Menschen kommuniziert. Nicht nur, um es selbst besser zu machen, sondern auch, um nicht Opfer derjenigen zu werden, die Kommunikation nutzen, um zu unterdrücken.

Bildet euch stets fort, auch als Paar, und lernt, was ihr besser machen könnt. Beherzigt diese Regeln und probiert Sachen wie das Kommunikationsquadrat einmal selber aus oder bastelt euch eigene Kommunikationsideen zurecht, während ihr die Meta-Ebene immer wieder nutzt, um das Handeln eures Gegenübers besser nachzuvollziehen.

Ihr werdet sehen, dass sich die Art eurer Kommunikation verändern wird und ihr euch trotz Meinungsverschiedenheiten immer besser kennenlernen werdet.

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