Unterschiedliche Ansichten in der Beziehung

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Während uns das Internet immer mehr mit den Menschen zusammenbringt, mit denen wir eine Meinung teilen, entfernen wir uns immer weiter von den Menschen, die eine andere Meinung haben können, als wir selbst. Im realen Leben kommen wir nicht drumherum, uns auch mit der anderen Seite der Medaille zu beschäftigen, auch wenn dessen Seite uns so manches Mal viel zu weit weg erscheint.

Sei es nun auf der Arbeit, bei Freunden oder sogar in der Familie, es wird immer Menschen in unserem Leben geben, die in den verschiedensten Thematiken wie Politik, Religion oder in puncto Arbeit eine andere Meinung vertreten werden, als wir selbst.

Richtig kompliziert wird es allerdings, wenn es unser eigener Partner ist, dessen Ansichten sich von unseren eigenen unterscheiden. An sich eine völlig normale und alltägliche Gegebenheit. Nicht alle Menschen können sich einig sein. Auch in der eigenen Beziehung wird es oft zu Konflikten kommen, weil man anderer Meinung ist.

Dennoch gibt es auch Ausnahmen und Situationen, in denen verschiedene Meinungen sogar gefährlich für eine Beziehung werden können.

Wenn dich die Social Bubble gefangen hält

Wie bereits erwähnt erleichtert uns das Internet, Menschen zu finden, die die gleichen Ansichten teilen. Eine durchaus simple und vorteilhafte Seite des Internets, welches einen sich stets in seinem eigenen virtuellen Kosmos gut fühlen lässt. Allerdings ist es auch genau dieser spezielle Kosmos, der sich um einen aufbaut und welcher durch diverse Algorithmen immer wieder gefüttert wird, der ordentlich in der Kritik steht.

Social Bubble nennt man es, wenn der Algorithmus einem nur die Dinge im Netz zuspielt, die man lesen will oder die zu einem passen. Man befindet sich in einem Konstrukt der Wohlfühlzone, in der man stets mit den eigenen Denkweisen konfrontiert wird, ohne dass dabei große Reibungen entstehen.

Kurzum: Wer in seiner Social Bubble gefangen ist, hat nicht oft Kontakt mit Menschen, die andere Ansichten vertreten. Womit wir zu einem anderen, großen Problem kommen, welches ebenfalls mit in diese Sparte hinein verzweigt: Wir Menschen diskutieren oft falsch

Während Suchanfragen wie ‘Wie gewinne ich eine Diskussion? Wie gewinne ich einen Streit?‘ immer öfter im Netz auftauchen, so liegt der Konsens einer Diskussion nicht darin, diese zu gewinnen, sondern im gegenseitigen Austausch und die Sichtweise des Diskussionspartners zu lernen, um seinen eigenen Horizont zu erweitern.

Diskutieren will gelernt sein – es ist kein Gewinner nötig

Es ist gar nicht nötig, stets mit dem Diskussionspartner am Ende des Gesprächs auf eine Ebene zu kommen. Im Austausch selbst liegt die Akzeptanz für beide Parteien überhaupt die Möglichkeit zu haben, sich auszusprechen. Allerdings wird genau diese Akzeptanz heutzutage durch viel zu große Emotionalität verdrängt, die in sachlichen Diskussionen erst einmal nichts zu suchen hat.

Natürlich ist dies anders, sofern wir mit einer uns persönlich bekannten Person diskutieren, aber dennoch sollte die Diskussion nicht zu sehr in die persönliche Ebene fallen, sodass wir anfangen, unseren Diskussionspartner persönlich anzugreifen oder zu beleidigen. Denn genau so, alleine wenn man sich Internetseiten wie ‘Twitter’ zuwendet, sehen leider viele unserer heutigen Diskussionskulturen aus und vermitteln damit nicht nur in unserem privaten Umfeld, sondern auch in unseren Beziehungen, ein völlig falsches Bild von Debatten und Diskussionen.

Es geht nie darum, eine Diskussion zu gewinnen und den Diskussionspartner auf seine Seite zu zwingen (oder diesen bis hin zur Aufgabe/zum Schweigen nieder zu diskutieren), sondern darum, sich gegenseitig aneinander weiterzubilden.

Bist du zu emotional beim Diskutieren? Dann finde heraus warum

Auch die Tatsache, dass mit dem Nichtnachvollziehen oder der Nichtunterstützung der eigenen Meinung, heutzutage sämtliche Freundschaften oder Beziehungen gnadenlos gebrochen werden, entspricht nicht dem Standard einer gesunden zwischenmenschlichen Beziehung, sondern eher dem virtuellen Social Bubble-Bild, dem viele von uns bereits seit einigen Jahren ausgesetzt worden sind.

Leider ist es so, dass die Akzeptanz von anderen Meinungen heutzutage ein überaus schwieriges Thema geworden ist, welches weitaus über das Thema Empathie, Akzeptanzvermögen, Selbstreflexionsmangel und Selbstzweifel/Ängsten hinausgeht. Deshalb ist es umso wichtiger, zu lernen, wie man richtig miteinander diskutiert.

Um genau solche Problematiken zu verhindern, solltet ihr euch darüber im Klaren werden, was es ist, was euch bei einigen Themen aus der Haut fahren lässt. Es gibt natürlich auch Themen, die uns so sehr am Herzen liegen können, dass wir dabei unmöglich ruhig still sitzen blieben können und das ist auch ganz normal so. Aber falls dies öfter passiert oder wir deshalb sofort persönlich angreifend werden, ist dies ein Problem. Ein Problem, das besonders in einer Beziehung dringend gelöst werden sollte.

Respektvoller Umgang ist vor allem bei Diskussionen nötig

Gerade, wenn unser Gesprächspartner, unserer Meinung nach, eine nicht vertretbare Ansicht geäußert hat, werden wir weder mit Beleidigungen noch mit stumpfen Behauptungen oder emotionalen Ausbrüchen weiterkommen, wenn wir ihm unsere Seite der Dinge präsentieren möchten und er diese auch ernst nehmen soll.

Daher ist es wichtig in Diskussionen, so hart uns das auch manchmal fallen sollte, respektvoll zu bleiben und keinerlei Beleidigungen zu äußern. Gerade in zwischenmenschlichen Beziehungen sind Nachfragen, Empathie und vor allem Offenheit für einen Perspektivwechsel wichtige Werkzeuge, wenn es darum geht, den gegenübersitzenden Diskussionspartner besser zu verstehen. Auch ist es schlauer beim Thema zu bleiben, Fakten vorzutragen und auch anzunehmen, anstatt auf das eigene Gefühl zu pochen, dass nicht unbedingt der Wirklichkeit entsprechen muss.

Akzeptanz ist etwas, dass wir selbst auch erfahren möchten, also sollten wir dies auch unserem Gesprächspartner schenken. Selbst, wenn wir am Ende der hitzigen Debatte nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen und das Gespräch, aufgrund von Uneinigkeit, irgendwann ad Acta legen müssen. Und falls es unser Gesprächspartner sein sollte, welcher sich für eine toxische Gesprächsart entscheiden sollte, dann ist es in unserer Pflicht, uns selbst zu verteidigen und dieses Gespräch ebenfalls zu verlassen.

Mit dem Partner diskutiert man anders, als mit Fremden, Freunden oder Familie

Denn ein weiterer großer Irrglaube an Diskussionen ist, dass man diese einfach so führen kann, ohne sich an gewisse unausgesprochene, aber dennoch menschenfreundliche Kommunikationsregeln, wie Respekt, halten zu müssen. Ein weit verbreitetes Problem, denn das Recht, überhaupt an einem kultivierten, fairen Gespräch teilnehmen zu dürfen, ist etwas, dass wir uns durch unser faires Benehmen erarbeiten müssen. Etwas, was im Internet, gerade auf Internetseiten wie Twitter, regelmäßig vergessen wird.

Natürlich gilt dies auch für sensible Themen oder sogar dem Ausführen/Äußern von Straftaten (Morddrohungen, sexuelle Belästigungen etc.), die zu gar keiner Diskussion offen stehen sollten, sondern einfach mit einer Anzeige oder dem Melden der Person enden sollten.

Nachdem wir nun beleuchtet haben, worin die heutige Problematik von Diskussionen liegt, warum wir aufpassen müssen richtig zu diskutieren und wie wir dies besser für uns selbst handhaben können, auch um uns selbst zu schützen, möchten wir zurück zu den verschiedenen Ansichten in unserem Privatleben kommen oder um genau zu sein, zu den verschiedenen Ansichten, die in unserer Beziehung auftauchen können.

Gerade mit dem Liebsten brennt gerne mal eine Sicherung durch

Im Gegensatz zum Internet, wo man jemanden Penetrantes und Beleidigendes blockieren kann, der uns, unserer Meinung nach, im Diskurs weder mit Anstand noch Respekt behandelt, ist dies im realen Leben nicht ganz so einfach. Es kann immer mal wieder vorkommen, dass bei einigen Diskussionen, gerade die uns selbst sehr am Herzen liegen, wir etwas impulsiv werden können. Auch unserem Partner gegenüber.

Und dies ist auch ein ganz normales Verhalten. Aber genau wie bei den Diskussionen, die wir online oder mit Fremden führen, heißt es hier unsere Emotionalität wenigstens so weit fernzuhalten, sodass wir unseren Partner nicht direkt angreifen oder verletzen.

Auch wenn dies immer mal wieder passieren kann und auch weltweit tagtäglich in den verschiedensten zwischenmenschlichen Beziehungen passiert, ist dies noch lange keine Ausrede, emotional angreifend zu werden. Und falls dies passiert, sollten wir wenigstens eine Entschuldigung parat haben und uns, damit dies nicht noch einmal passiert, damit beschäftigen, warum wir in dieser Thematik so nah an der Emotionalität gebaut sind.

Eine Meinungsverschiedenheit ist keine unüberwindbare Mauer

Immerhin, wie bereits erwähnt, sind Diskussionen und Meinungsäußerungen dazu da, um sich miteinander auszutauschen. Was aber tun, wenn die Ansichten, die wir als Paar vertreten, so weit auseinandergehen, dass man beginnt sich unwohl zu fühlen? Eine Frage, die sich sicherlich einige Leute bereits gefragt haben.

Denn egal wie viele Hobbys, Denkweisen oder Gefühlslagen man auch miteinander teilen mag, es kann immer wieder passieren, dass wir uns in einzelnen Ansichten, z. B. zum Thema Politik, komplett auseinandergehen. Abhängig davon, wie viel uns diese Ansicht bedeutet, z. B. weil wir einen Teil unseres Selbst mit dieser verknüpfen oder weil besagte Ansicht für einen Wert steht, den wir ebenfalls ausleben, kann eine simple Meinungsäußerung rasch zu einem viel zu persönlichen Streitthema werden.

Hier liegt es nun, wie so oft, an uns selber, mit dieser Sache entsprechend umzugehen. Abhängig davon, um was es geht und wie tief besagte Ansicht mit unserem eigenen Privatleben verknüpft ist, können Meinungsverschiedenheiten entweder gar keinen Einfluss auf unser weiteres Zusammenleben haben (auch wenn der Schock unserer Meinungsverschiedenheit zuerst wirkt wie eine unüberwindbare Mauer) oder das gemeinsame Zusammenleben tatsächlich gefährden.

Wenn der eigene Gerechtigkeitssinn die Diskussion antreibt

Heikel wird es, wenn wir persönlich mit der Ansicht zu tun haben, die unser Partner nicht nachvollziehen kann/akzeptieren will. Wenn unser Partner zum Beispiel kein Fan von einer gewissen Partei ist, der wir angehören, so ist der Ärger, auch wenn wir sicherlich kein oberstes oder alleiniges Entscheidungsrecht in der Partei haben, sicherlich vorprogrammiert.

Der Ärger kann aber bei noch viel simpleren Verschiedenheiten unserer Ansichten anfangen.

Zum Beispiel mit der Tatsache, dass unser Partner als Hobby gern Motorrad fährt oder einen solch gefährlichen Job wie den eines Polizeibeamten ausführt und wir, weil wir unseren Partner lieben, gesund und munter wissen wollen, bitten, sich ein neues, weitaus ungefährlicheres Hobby oder einen neuen Job zu suchen. Ein Thema, das gerade mit Kindern, bei vielen Familien aufkommen sollte, aus Angst, dass während der Ausführung des Hobbys oder während des Jobs, etwas Schlimmes passieren könnte.

Genauso gut reicht aber auch bereits unser personalisierter oder der allgemein angesehene Gerechtigkeitsimpuls aus, der uns privat in die größten Streitereien involvieren kann. Sei es, weil unser Partner zum Beispiel keine gleichgeschlechtlichen Ehen unterstützt oder das Schreddern von Küken als notwendig erachtet, weil sie ja schließlich nur Nutzvieh sind.

Gerade das Thema Gerechtigkeit, auch wenn man nicht selbst vom besprochenen Thema befangen ist, ist etwas, dass durch Social Mediaseiten, immer mehr befeuert wird und mit der eigenen Korrektheit des Individuums verbunden wird.

Macht nicht direkt dicht, wenn eurer Partner eine andere Ansicht teilt

„Du unterstützt keine gleichgeschlechtlichen Ehen? Was bist du denn für eine homophobe Person!? Jemand mit so wenig Akzeptanz wie du, sagt doch sicherlich auch, dass die Frauen selbst schuld daran sind, wenn sie belästigt werden, weil sie sich ja viel zu sexy anziehen und solche Vorfälle bewusst provozieren. Mit jemanden widerlichem wie dir, will ich nichts mehr zu tun haben!“

Urteile werden, gerade bei solchen Thematiken, schnell in Schwarz-Weiß-Manier gefällt, ohne überhaupt nachzufragen, wo genau denn das Problem liegt und ohne dass man die berühmte Grauzone mit einberechnet. Denn nicht immer kann alles nur gut oder nur böse sein.

Alleine die Struktur unseres emotionalen Aufbaus und unsere Erfahrungen selbst, mit all ihren persönlichen Empfindungen und Denkweisen, lassen solch ein Denken ja nicht einmal zu. Was aus der Perspektive vom Nachbarn als schlimm erachtet wird, vielleicht weil er anders aufgewachsen ist, kann aus der eigenen Perspektive, völlig in Ordnung sein.

Menschen, die Meinungen, wie im eben genannten Beispiel, vertreten, müssen alle noch lange keine homophoben Menschen sein, sondern können auch durch Falschinformationen (ein relativ neues und sich weit verbreitendes Problem), eine andere Meinung gebildet haben.

Lernt die Perspektiven eures Partners kennen

Durch das Verteufeln der Person, ohne seine Hintergründe zu erfahren, kommt man allerdings gar nicht erst dazu, diese Information zu erhalten und eventuell mit den falschen Informationen, die der Gesprächspartner aus seiner eigenen Social Bubble bezieht, aufzuräumen.

Die Diskussion wird einfach, ohne die Begründung des anderen anzuhören, im Keim erstickt, einfach nur, weil man nicht derselben Meinung ist. Und so gut es auch ist, bei einigen Themen, wie z. B. dem Recht bezüglich der gleichgeschlechtlichen Ehe eine Null-Toleranz-Grenze zu fahren oder einige Diskussionen, um sich selbst zu schützen, abzubrechen, so ist es nicht hilfreich, Andersdenkende sofort zu verteufeln und gar nicht erst mit ihnen zu diskutieren.

Es liegt an uns, gerade in unseren überaus privaten, emotionalen und empfindlichen 4 Wänden, wie die unserer Beziehung, herauszufinden, was uns noch guttut und was nicht, bevor wir Gefahr laufen, in einem ähnlichen System zu versinken und uns, so wie auch unsere Beziehung selbst, mit in den Abgrund zu reißen. Dafür müssen wir erst einmal herausfinden, mit welchen Ansichten unseres Partners wir klarkommen und mit welchen nicht. Hinzu kommt noch, dass wir über diese Ansichten, mindestens einmal, ordentlich diskutiert haben sollten, um die Perspektive unseres Partners genaustens zu kennen und damit dieser auch unsere kennenlernt.

Wenn Ängste hinter verschiedenen Ansichten lauern

Der nächste Schritt wäre darüber nachzudenken, wie genau diese Ansicht unsere Beziehung beeinflusst.

Wird dies ab jetzt nur ein dämliches Thema werden, bei dem wir, jedes Mal, wenn es hochkommen sollte, miteinander diskutieren oder ist diese Ansicht so tief in unserem Alltag/Persönlichkeit verankert, dass dies wahrhaftig zu Beziehungsproblemen führen könnte, wenn wir keine Einigung finden.

Auch ist es wichtig, vorrangig für sich selbst, herauszufinden, warum uns die Ansicht unseres Partners so sehr missfällt. Eine Frage, die wir auch unseren Partner stellen sollten. Liegt darin eine Angst verborgen, dass wenn unser Partner Ansicht XY unterstützt, dass er dann doch nicht so sein könnte, wie man ihn kennengelernt hat oder liegt die Angst tiefer. Z. B. in den Verbindungen zu alltäglichen Situationen, in denen wir uns in Zukunft alleine und verlassen sehen, da unser Partner ja eine andere Meinung unterstützt, als das, was wir in unseren eigenen 4 Wänden praktizieren?

Abhängig davon, was der Grund sein mag, so ist es umso wichtiger, mit dem Partner nochmals in den Diskurs zu gehen, da es meist nämlich nicht unbedingt die andere Ansicht ist, die uns Angst einjagt, sondern all das, was damit verbunden sein könnte und welche Auswirkungen dies auf unsere Beziehung oder uns als Person haben könnte.

Redet miteinander, bevor es zu verzerrten Vorstellungen kommt

„Mein Partner sagt, dass der Feminismus zu weit geht? … Toll, das erklärt dann ja auch, warum er nicht gerne im Haushalt hilft. Er will sicherlich, dass ich das alles alleine mache. Halt das, wofür Hausfrauen da sind …“

Um genau solche Denkweisen und viel zu schnellen Schlussfolgerungen in Bezug auf ähnliche Thematiken, die mit der Ursprungsdiskussion gar nichts zu tun haben, zu verhindern, ist es umso wichtiger, den Partner auf diese Dinge anzusprechen. Denn die Angst, die sich zu diesem Thema in unserem Unterbewusstsein ausbreiten kann, wird bei Nichtbesprechung der Unwissenheit und Angst ganz einfach mit den schlimmsten Horrorszenarien aufgefüllt. Und das, obwohl diese nicht einmal stimmen müssen.

Etwas, was zu verzerrten Ansichten über den eigenen Partner und die eigene Beziehung führen und die Partnerschaft noch mehr gefährden kann. Gerade wenn diese Gedanken nicht entkräftet werden oder man still und heimlich Beweise für seine Vermutungen sucht und diese aus zusammenhangslosen Gesprächen und Gesten entnimmt, nur um diese bestätigt zu sehen. Alles nur, damit die innere Angst einen nicht förmlich auffrisst.

Lasst eurem Partner Zeit, eure Meinungen nachvollziehen zu können

Auch sollte man während all dieser verschiedenen Ansichten nicht vergessen, dass sich Meinungen durchaus auch ändern können. Wenn wir den Mut haben unsere Anliegen vernünftig, empathievoll, respektvoll und ohne Schuldzuweisungen oder Beleidigungen zu diskutieren, kann es sein, dass der eigene Partner sogar seine Ansichtsweise, und das damit einher kommende Benehmen, ändert.

Dafür muss man nicht einmal eine Diskussion gewinnen oder den Partner überzeugen, sich der eigenen Meinung anzuschließen, es reicht vollkommen, der besseren Hälfte mitzuteilen, warum diese Ansicht für einen so wichtig ist. Dafür muss der Partner nicht einmal unbedingt seine eigene Meinung ändern, aber mindestens so viel Akzeptanz eurer Person und Meinung gegenüber zeigen, dass er diese mindestens nachvollziehen kann/will und euch dementsprechend unterstützt.

Ein Ausgang, der überaus realistisch ist, sofern man den gemeinsamen Diskurs sucht und sich traut, seine Gefühle und Ansichten kund zu geben und diese mit dem Partner respektvoll zu besprechen und zu teilen. Anhand all dieser Dinge liegt es nun auch euch, herauszufinden und Taktiken zu entwickeln, wie ihr die verschiedensten Ansichten besprechen könnt.

Gefährlich wird es erst dann, wenn euer Partner, ohne Rücksicht auf euch und eure persönliche Realität, all eure Ansichten mit Füßen tritt, euch nicht für voll nimmt, Entscheidungen über euren Kopf alleine hinweg trifft und nur seine eigenen Ansichten für die einzige richtige Herangehensweise erachtet. In diesem Fall seid ihr nämlich kurz davor, in eine toxische Beziehung hineinzustolpern.

Meinung ist Meinung und Respekt ein großer Aspekt

Die Ansichten des anderen zu respektieren und zu akzeptieren, selbst wenn man diese nicht vertritt, ist das Mindeste, was man vom eigenen Partner erwarten sollte. Und selbst wenn dies, realistisch gesehen, leider nicht immer der Fall sein wird, so zeigt eine dauerhafte Abneigung gegenüber eurer Denkweise, euren Gefühlen und euren eigenen Ansichten nur, dass ihr hier an eine Person geraten seid, die ihre eigenen Ideale, Gefühle und Denkweisen höher ansetzt als eure. Und damit sollte mehr als nur klar sein, dass ihr in den Armen solch eines Menschen nicht das Verständnis, die Empathie, den Respekt und die Liebe erhaltet, die ihr verdient.

Genauso gefährlich wird es aber auch, wenn ihr die Person seid, die andere nur aufgrund ihrer Ansichten sofort verteufelt und ablehnt. Denn so vergrault ihr nicht nur potenzielle, zukünftige Partner, sondern auch Familienmitglieder, Freunde oder den bereits vorhandenen Beziehungspartner. Vergesst nie, dass Fehlinformationen an der Tagesordnung sind, dass jeder seine ganz eigenen persönlichen Ansichten haben darf und dass Meinungen nur Meinungen sind. Sie müssen nicht unbedingt die gesamte Persönlichkeit eines Menschen widerspiegeln, sondern sind nur Teilaspekte seiner Persönlichkeit.

Ihr könntet den für euch bestimmten Menschen verlieren, nur weil ihr euch weigert, mit ihm über seine, für euch, nicht vertretbare Meinung zu diskutieren und dabei niemals entdecken, wie viel Schönes noch in diesem Menschen steckt. Nutzt all dieses Wissen, auch in eurer Beziehung und besprecht selbst die unangenehmsten Themen. Denn ihr dürft niemals vergessen:

Egal, wie verschieden eure Meinungen auch sind, jeder Austausch, den ihr miteinander haltet, wird euch selbst nicht nur mit andere Sichtweisen erfüllen und euch stärken, sondern auch eure Beziehung vertiefen. Zu diskutieren, bedeutet willig zu sein, mehr über den anderen zu lernen. Denn in jeder Diskussion liegt ein Quäntchen Erkenntnis, dass euch, bei der nächsten Diskussion, nur noch mehr zusammenschweißen wird.

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