Wie der erste gemeinsame Urlaub nicht der Letzte wird

Ein großer Wunsch in vielen Partnerschaften beinhaltet ein einfaches, definiertes Ziel, dass viele Paare weltweit gleichzeitig verfolgen. Ein gemeinsamer Urlaub.

Hier geht es meist nicht einmal darum, wie man Urlaub macht, sondern darum, dass man zusammen ist. Dabei ist es egal, ob der Urlaub am Strand geplant ist, in der Nähe von schneebesetzten Bergen, nur einige Städte weiter entfernt stattfindet, sich im Ausland abspielt, auf Entspannung basiert oder die Abenteuerlust wecken soll.

Am Ende zählt nur, dass man ihn zusammen verbringt. Aber warum ist der gemeinsame Urlaub so wichtig für viele Paare? Es gibt viele Gründe für Paare zu vereisen.

Etwas gemeinsam erleben

Aber als Erstes steht stets das gemeinsame Erleben im Vordergrund. Man möchte etwas Neues machen, die Erinnerungen gemeinsam mit dem Partner teilen und daran wachsen. Außerdem gilt der Urlaub als Auszeit von dem harten und stressigen Arbeitsalltag. Mit wem sollte man diese Zeit besser verbringen können als mit seinem Lieblingsmenschen? Auch wird Urlaub mit anderen meist als spaßiger und erlebnisreicher betrachtet, als wenn man alleine reist.

Hinzu kommt, dass das gemeinsame Planen richtig Spaß machen kann. Auch wenn man Kompromisse eingehen muss, damit beide Parteien zufrieden sind, so kann das gemeinsame Planen die Beziehung stärken. Man kommt in den Austausch, lernt neue Seiten an seinem Partner kennen, erfährt die Wünsche und Bedürfnisse des Partners oder lernt durch diesen vielleicht neue Dinge/Unternehmungen/Orte kennen, für die man sich ebenfalls anfangen könnte zu interessieren.

Auch schweißt einen die Vorfreude zusammen. Wie beim letzten Freitag, kurz bevor die Sommerferien starten, fiebert man den kommenden Urlaub entgegen, den man selbst auf die Beine gestellt hat und ist weitaus fröhlicher, inklusive höherer Toleranzgrenze. Auch auf die eigene Beziehung bezogen. All diese gemeinsamen Pläne und Wünsche können auch noch zusätzlich einen positiven Nebeneffekt haben. Wie bereits erläutert, sorgt der gemeinsame Austausch dafür, dass die Partner untereinander besser kennenlernen.

Und dies gilt nicht nur für den Austausch vor dem Urlaub, sondern auch für das gemeinsame Erleben im Urlaub. Denn zwischen all dem Alltagsstress wird euch das wahre Gesicht eures Partners im Urlaub offenbart. Denn dort gibt es keine Ablenkung, keine alltäglichen Pflichten und keine Ausreden mehr. Ihr verbringt potenziell 24/7 die Zeit zusammen und lernt miteinander besser umzugehen.

Man lernt sich auf einer anderen Ebene kennen

Eine Bereicherung, die in einer Beziehung unerlässlich ist. Denn jeder Mensch hat seine negativen Eigenschaften, mit denen man besonders im Urlaub konfrontiert werden kann. Der gemeinsame Urlaub kann also durchaus auch positive Effekte auf die gemeinsame Beziehungsstruktur haben. Auch reicht bereits das Planen und das gemeinsame Sparen aus, um zu sehen, wie sehr sich der Partner für die Beziehung einsetzt.

Das gemeinsame Ziel ‘Urlaub’ zu erreichen, ist etwas, worauf beide Parteien hinarbeiten müssen und sie zusammenschweißt. Genauso wie das gemeinsame Lernen. Sei es nun durch gemeinsame Erlebnisse oder dadurch, dass etwas bei der Planung oder im Urlaub schiefgeht und man sich spontan eine Lösung einfallen muss. Auch dies verlangt nach einem gemeinsamen Austausch, der die Beziehung zukünftig stärken wird. Denn auch ‘Krisen’ zu überstehen, schweißt zusammen.

Apropos, ‘überstehen’! Kennt ihr das, wenn man sich lange auf etwas gefreut hat und wenn dann etwas schiefgeht, weitaus positiver an die Sachen herangeht, als man es sonst tun würde? Glücklich sein und Vorfreude sind Eigenschaften, die aus einem gemeinsamen Urlaub entstehen können und durchaus mit aus dem Urlaub getragen werden können.

Entweder basierend auf der gemeinsamen rein gesteckten Arbeit, den bereits überstanden negativen Erlebnissen oder auf das Vertrauen ineinander, dass egal was passiert, man nicht alleine vor dem Problem steht. Ihr seid allgemein fröhlicher, offener und, wie bereits gesagt, toleranter. Zum Schluss ist die Ungestörtheit und der große Freiraum der Endfaktor, den alle Paare als ‘Urlaub’ wahrnehmen und auf ihre eigene Weise genießen lernen.

Kleine Planungen wie gemeinsame Ausflüge, zusammen Sport machen, gemeinsam Essen gehen, Aktivitäten nachgehen, wandern, neue Orte kennenlernen, shoppen gehen oder Sex, wirken viel intensiver, da Erfolgserlebnis auf Erfolgserlebnis folgt. Man lebt im Hier und Jetzt. Es gibt kaum Probleme und Stress durch den Alltag. Man entspannt sich, ist glücklich und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren. Und das alles gemeinsam zu genießen, ist wohl der größte Faktor, der alle Paare so anzieht, wenn es um den gemeinsamen Urlaub geht.

Der erste gemeinsame Urlaub

Allerdings trägt der erste, gemeinsame Urlaub auch eine spezifische ‘Brandmarkung’. Nämlich die, dass er auch das Beziehungsaus bedeuten kann.

All diese Sachen, die wir eben noch als positive Eigenschaften genannt haben, können nämlich auch rückschlagend wirken, wenn gewisse Beziehungseigenschaften, wie der gemeinsame Austausch, nicht stattfinden. Wenn man nicht gemeinsam an einen Strang zieht, um den Urlaub zu finanzieren oder zu planen. Wenn man seine eigenen Bedürfnisse vorzieht und sich weigert, auf dem Partner einzugehen.

Oder schlimmer noch, wenn sich im Urlaub das ‘wahre Gesicht’ des Partners offenbart, mit dem man ganz plötzlich einfach nicht mehr klarkommt. Was jetzt wie der Beginn einer Drama-Geschichte klingt, ist leider bittere Realität für viele Paare.

Genaue wie das berühmte ‘verflixte siebte Jahr’ gilt auch der gemeinsame erste Urlaub oft als ‘Beziehungskiller’ und das nicht ohne Grund. Das gemeinsame Aufeinanderhocken offenbart, früher oder später, die tiefsten und verborgensten Eigenschaften jedes Menschen. Egal wie sehr wir auch versuchen, sie zu verstecken oder zu überspielen.

Gerade wenn es Schwierigkeiten gibt, es um Geld geht oder es darum geht, Abstriche für andere zu machen, offenbart sich die wahre Natur des Menschen. Schnelligkeit ist hier der Standard, langsames Rangehen ist nicht. Man wird mit der geballten Realität konfrontiert, frei von Ausreden des Alltags, und man lernt sich selbst und den Partner aufs Brutalste kennen.

Und das gilt nicht nur für den Urlaub an sich, sondern auch für die Planung. Plötzlich ist die Beziehung auf einer neuen Ebene, die gerade für frisch Verliebte zur Bewährungsprobe werden kann. Plötzlich wirkt es so, als würde man zusammenleben. Man ist auf die Aktionen des anderen angewiesen und dazu noch komplett auf sich alleine gestellt.

Hohe Erwartungen, entstanden durch Vorfreude, überschwemmen die Beziehung und ohne vorherige Kommunikation entstehen am laufenden Bande Missverständnisse. All dies kann ohne den gemeinsamen Austausch oder durch die reine Inkompatibilität beider Partner das schonungslose Beziehungsaus im Urlaub hervorrufen.

Was also tun, wenn bereits vor der Planung sich Meinungsverschiedenheiten breitmachen? Was tun, wenn es während des Urlaubs zu bröckeln beginnt?

Tipps zur Urlaubsplanung

  • Zusammen planen, absprechen und kommunizieren!

Beachtet die Wünsche eures Partners und nehmt diese ernst! Macht Kompromisse und redet über alles, was euch stört! Ihr müsst da ehrlich zu euch und eurem Partner sein, da ihr sonst am Ende aufs Schlimmste aneinandergeraten werdet. Denkt dran, niemand kann eure Gedanken lesen! Nicht einmal euer significant other!

  • Finanzen vor dem Urlaub klären!

Wer bezahlt was und wie viel wird während des Urlaubs ausgegeben? Schmeißt ihr zusammen oder zahlt jeder für sich? Setzt ihr euch Grenzen bei euren Ausgaben? Spart ihr für ein gemeinsames Urlaubsbudget? Klärt das vorher ab, nicht im Urlaub! Das gibt nur unnötigen Stress und Vertrauensbrüche!

  • Zielort überprüfen!

Neben den typischen Sachen, die man im Ausland machen darf und was nicht, lohnt es sich, sich auch über euren Urlaubsort zu informieren. Schaut, worauf ihr Lust habt und wo ihr hingehen könntet. So habt ihr immer etwas zu tun und einen roten Faden, an dem ihr euch orientieren könnt, während ihr im Urlaub seid (auch gut, um die Finanzen besser zu planen!).

  • Freiräume geben und nehmen!

Wenn es euch mal zu viel ist, ist es ganz normal, seinen eigenen Freiraum einzufordern. Dies ist nicht nur wichtig für eure Beziehung, sondern auch wichtig für die eigene Regeneration. Niemand kann für immer 24/7 zusammen sein, ohne sich dabei auch mal nach einigen einsamen Stunden zu sehnen. So lange dies kein Dauerzustand wird, akzeptiert diese Bedürfnisse. Sei es nun bei euch oder eurem Partner.

  • Neue Leute kennenlernen/Neue Dinge kennenlernen!

Kein ‘Muss’ für jeden, aber auch kein ‘Don’t’. Abhängig davon, wie eure Persönlichkeit ist, kann es sehr förderlich sein, andere Leute (z. B. ein anderes Pärchen) kennenzulernen oder neue Sachen, wie z. B. surfen zu lernen, um den Alltag etwas aufzurütteln. Natürlich kann der gemeinsame Urlaub auch mit einem Pärchen aus dem Freundeskreis geplant werden, um Abwechselung, aber gleichzeitig auch eine ‘sichere Umgebung’ beizubehalten. Allerdings sollte dennoch die Zeit zu zweit darunter nicht leiden. Man muss ja nicht alles zusammen machen.

  • Beim ersten Urlaub nicht sofort übertreiben!

Wenn ihr nicht die gemeinsamen Hobbys und Vorstellungen habt, solltet ihr Urlaubsziele, bei denen ihr 24/7 aufeinanderhocken werdet, vielleicht vorerst vermeiden. Sei es nun ein Campingausflug, ein Roadtrip oder eine Wanderung. Tastet euch vorsichtig heran und passt auf, dass ihr beide etwas vom Urlaub habt!

  • Bleibt realistisch und erwartet nicht zu viel!

Dies baut nur Druck eurem Partner gegenüber auf und wird auch euch am Ende nur verletzen. Es ist und bleibt nur ‘ein Urlaub’ und kein Erlebnis, dass euer ganzes Leben verändern wird. Außerdem muss jeder Urlaub, wie vieles in der Welt, irgendwann enden.

  • Macht bei Unsicherheit einen Probeurlaub!

Sei es nun ein Wochenendausflug in eine andere Stadt oder zwei Tage Urlaub in einem geschützten Raum, bei Freunden oder Verwandten. Probiert euch aus und schaut, ob ein langfristiger Urlaub so früh überhaupt schon Sinn machen würde oder ob ihr erst noch gemeinsam besser zusammenwachsen müsst.

  • Specht eure Packliste ab!

Was so simpel klingt, kann sich ohne Planung als ein riesiges Problem entpuppen, wenn nicht daran gedacht wird. Ohne Absprache geht man schnell davon aus, dass der Partner seine Kofferorganisation schon regelt. Immerhin weiß der Partner ja über Faktor XY Bescheid. Um so schlimmer wird die Überraschung dann, wenn das essenzielle Teil zum Beispiel ein Erste Hilfe Set oder ein Medikament nicht dabei ist.

Geht immer davon aus, das dem anderen unabsichtlich Fehler passieren können und unterstützt euch gegenseitig!

  • Regelt euren Urlaub und sichert euch ab!

Nichts sagt ‘Ich liebe dich!’ so sehr, wie gemeinsam eine Reiseversicherung abzuschließen oder einen Handyvertrag für ausländische Reisen abzuschließen. Klingt komisch, ist aber eine wichtige Angelegenheit, die definitiv vorher, abhängig von Urlaubsort, Urlaubslänge und persönlichen Eigenschaften, dringend geklärt werden sollte! Am Ende zeigt es nur Fürsorge, wenn ihr euren Partner auf diese Sachen ansprecht.

  • Überlegt euch, was ihr alleine machen könnt!

Ihr müsst nicht immer unterwegs sein. Manchmal reicht auch ein alleiniger Abend mit Filmen, einem Hörspiel, Champagner oder einem Brettspiel, um etwas vom Urlaubshoch runterzukommen und sich auf den Partner zu konzentrieren. Es ist übrigens auch die perfekte Gelegenheit, sich sexuell und emotional auszutauschen, um sich neu auszuprobieren und besser kennenzulernen. Denn im Gegensatz zu sonst, kommt euch der Alltag dieses Mal nicht in die Quere

Und der wichtigste Punkt:

Entspannt euch!

Am Ende ist und bleibt es nur ein ‘Urlaub’.

Es ist nicht der Mittelpunkt eurer Beziehung, bestimmt nicht, wie gut ihr zusammenpasst und definiert nicht, wie viel besser oder weniger besser ihr im Gegensatz zu anderen Pärchen seid. Der Urlaub ist da, damit es euch gut geht und ihr euch näher kommen könnt. Er ist nur der Mittel zum Zweck, nicht das Ziel. Denn auch nach dem Urlaub geht eure Beziehung weiter.

Ihn also als Ausflucht für persönliche oder beziehungsbezogene Probleme zu benutzen, sowie als Aushängeschild für eure Kompatibilität, ist ein ganz falscher Ansatz! Genauso wie eure eigenen Urlaubswünsche an anderen Menschen zu messen. Macht das, worauf ihr Lust habt! Habt keine Angst vor dem ‘bösen ersten Urlaub’ und verbringt stattdessen die Zeit damit, ihn zu planen und euch darauf zu freuen. Denn ist der erste gemeinsame Urlaub erst einmal überstanden, sind die mitgetragenen Erinnerungen, Fotos und neuen Beziehungserfahrungen etwas, was euch künftig durch den stressigen Alltag tragen wird.

Die Vorfreude schwindet, wird sich aber in eine stabile Säule des Vertrauens verwandeln und sobald eure Beziehung einmal ins Schwanken gerät, werdet ihr darauf zurückschauen und gestärkt vorangehen. Und dann, wenn es so weit ist, wird der nächste Urlaub kommen und der Kreislauf beginnt von vorn. Euer erster Urlaub muss noch lange nicht der Letzte sein. Denn dafür sind ‘Beziehungen’ und ‘Urlaube’ viel zu schön, als dass man sie nur in kleinen Dosen genießen möchte. Und zusammen bilden sie einfach die perfekte Mischung.

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