Wie man besser die Gefühle des anderen versteht

Sich selbst zu verstehen ist manchmal schon ein Akt an sich, dann aber noch genug Kapazitäten zu haben, um die andere Partei, den Partner zu verstehen, kann manchmal die eigenen Grenzen sprengen. Gerade dann, wenn man vielleicht einen schlechten Tag hatte, eine persönlich harte Zeit durchmacht oder selbst nicht weiß, was mit einem los ist, wird dies umso schwieriger.

So kann man ganz leicht noch zusätzlichen Ballast erhalten, denn wer ärgert sich nicht, wenn man nicht in der Lage ist, für die Person da zu sein, die man über alles liebt? So gesehen kann eine Partnerschaft schon einmal zur Last werden.

Aber das ist, wie alles im Leben, nur menschlich. Denn egal, ob es Freunde, die eigene Familie, der Partner oder vielleicht sogar die eigenen Kinder sind, man muss sich immer darauf einstellen, dass es irgendeinem Menschen in seiner Umgebung nicht gut gehen kann. Ab dem Moment, wo man nämliche andere Leute an seinem eigenen Leben teilhaben lässt, indem man sich mit ihnen beschäftigt, ist dies quasi vorprogrammiert.

Man kann dem Teil der Menschlichkeit nicht entkommen, dass man ab und zu neben seinen eigenen Problemen auch denen der anderen ausgesetzt ist. Vor allem, wenn man diesen anderen Menschen so nah ist, dass ihre eigenen Probleme einen direkt mit beeinflussen.

So oder so wird man dem Gefühlsleben anderer Personen also nicht entkommen können und sollte es auch nicht versuchen, wenn man sich wirklich ein ‘Freund‘, ‘Partner‘ oder ‘Elternteil‘ nennt.

Nach Hilfe zu fragen ist ein Beweis von Stärke

Denn für jemanden da zu sein, den man liebt, sollte eines der eher positiven Seiten sein, wenn man sich auf jemanden anderen einlässt. Immerhin geht es dem anderen Individuum so schlecht, dass er einen um Rat fragt oder den Rat von einem annimmt. Dies sollte eine Ehre sein, ein Privileg. Ein größeres Kompliment gibt es in der zwischenmenschlichen Kommunikation kaum, denn Angreifbarkeit und die zeigt man, wenn man um Hilfe bittet, ist leicht gegen einen zu verwenden.

Aber diese Person, die euch fragt oder auf eure Meinung zählt, tut es trotzdem. Damit auch ein Risiko eingehend von euch wegen der Gefühle und Denkweise ausgelacht, verachtet oder sogar ausgenutzt zu werden. Nehmt also die Vertrautheit eures Gegenübers, vor allem eures Partners nicht als selbstverständlich an. Sieht es als Ehre und als Vertrauensbeweis und vor allem nutzt dies nicht aus, um z. B. euch selbst am schwächsten Moment eurer liebsten Person zu profilieren.

Denn worum es wirklich geht, ist, diese Situationen nicht nur anzunehmen und zu realisieren, was sie wirklich bedeuten, sondern auch zu verstehen, wie man mit ihnen umgeht. Neben der eigenen Belastbarkeit, die durchaus wie bereits weiter oben angeschnitten, in derselben Situation, in der ihr um Hilfe gebeten werdet, vorhanden sein kann, so wisst ihr auch meist nicht, egal wie euer Partner gerade drauf ist, was ihm hilft.

Abhängig davon, wie der Partner seine Probleme, Gefühle und Gedanken offen kundtut, ergibt es sich manchmal ganz leicht, was der Partner braucht. Dies kann alles sein, von Zuspruch der eigenen Taten und demjenigen Mut zu machen, bis hin auf eine simple Umarmung und das man einfach nur zuhören soll. Nicht immer will der Partner eine Lösung des Problems oder der eigenen Gedankenwelt. Manchmal möchte er auch nur, dass jemand für ihn da ist.

Wenn man dann gleich mit einer Lösung um die Ecke kommt oder dabei vielleicht sogar noch impliziert, dass der Partner selbst nicht ganz unschuldig an einigen Problemen ist, kann solch eine empathische Unterhaltung schon einmal schnell eskalieren. Noch schlimmer wird es, wenn man selbst in dieser emotionalen Unterhaltung eine Rolle einnimmt und Teil des Unmuts des Partners ist.

Vielleicht ist ja deine eigene schlechte Laune, weil man eine harte Zeit durchmacht, sogar der Grund, warum dein Partner ebenfalls so mies drauf ist? Klingt erst einmal komisch, aber wenn man tief mit einem Menschen verbunden ist, passiert es nicht selten, dass man bereits vor dem Partner selbst bemerkt, dass sich etwas verändert und die schlechte Laune kann einen dann mit runterziehen.

Dies wäre natürlich ein niemals endendes Rad der Missverständnisse und der miesen Stimmung, was dringend aufgehalten werden muss! Und um all dies zu lösen, egal was euch auf der Seele liegt, gibt es natürlich mal wieder nur eine Lösung: Kommunikation.

Man selbst macht gerade eine schlechte Zeit durch

Das ist natürlich nicht gut. Aber kommuniziert es mit eurem Partner, damit er wenigstens weiß, was los ist und das Problem im schlimmsten Fall nicht auf sich selbst bezieht. Denn wie jeder weiß, sorgt Unwissenheit dafür, dass man diese mit seinen tiefsten Ängsten füllt. Lasst es nicht soweit kommen. Denn sonst denkt euer Partner am Ende noch, dass er verantwortlich ist und wird wütend, dass ihr mit ihm nicht darüber redet und stattdessen alles in euch hineinfresst. Und das solltet ihr unbedingt vermeiden!

Außerdem kann gerade euer Partner, der euch sehr gut kennt, eine passende Stütze mit passenden Ratschlägen zu diesen Zeiten sein. Habt also keine Angst davor, euch eurem Partner zu öffnen und lasst ihn vielleicht sogar mit seinem Wissen und Perspektivwechsel eure Welt etwas erhellen.

Euer Partner hat ein Problem, aber euch selbst geht es gerade auch nicht besser

Überlegt, ob ihr in der Lage seid, gerade die Probleme des Partners aufzunehmen. Auch wenn es erst einmal richtig mies klingt, wenn man sagt „Entschuldigung, aber mir selbst geht es gerade gar nicht gut und ich muss erst einmal meine Probleme lösen, bevor ich dir helfen kann.“, so ist dies nur ehrlich. Immerhin seid ihr gerade selbst in euch investiert und versucht euer eigenes System wieder ans Laufen zu bringen. Wem schon die Vorstellung alleine schmerzt in solch einem Zustand dem Partner zuzuhören, muss dies dringend kommunizieren!

Nicht nur, damit der Partner weiß, dass er nicht Schuld an eurer Misere ist, sondern auch, damit er weiß, dass ihr ihm trotzdem wichtig seid, nur gerade euch selbst wieder auf die Reihe bekommen müsst, bevor ihr helfen könnt. Eine sehr logische Konsequenz sogar. Denn wenn ihr in solch einem Zustand trotzdem eurem Partner helfen wollt, obwohl ihr wisst, dass ihr dafür keine Kapazitäten habt, ist die Wahrscheinlichkeit, weil ihr selbst nicht richtig auf dem Damm seid, sehr hoch, dass ihr falsche Ratschläge gebt oder das Problem des anderen auf euch beziehen könntet, womit die Situation noch mehr eskaliert. Seid also lieber ehrlich zueinander und kommuniziert offen, wenn ihr kurz eine Pause braucht, bevor ihr eurem Partner zuhören könnt. Diese muss ja auch nicht unbedingt einen ganzen Tag oder länger dauern.

Wer weiß? Vielleicht könnt ihr euch ja sogar gegenseitig helfen? Macht beide eine Stunde etwas anderes, kommt runter und geht dann z. B. auf einen gemeinsamen Spaziergang, bei dem ihr miteinander reden könnt. Und schon ist die Situation gleich entspannter!

Eurem Partner geht es schlecht und er kommt nicht zu euch

Zeigt ihm, wie wichtig er für euch ist und erzählt, wie bei der ersten Frage, dass ihr anfangt, euch Sorgen zu machen, wenn er nicht mit euch redet. Im schlimmsten Fall fängt man an zu denken, dass das Verhalten des Partners auf einen selbst zurückzuführen ist, weil man Mist gebaut hat. Ermutigt eurem Partner dazu, sich euch zu öffnen und fragt ihn, was er braucht. Darunter könnt ihr auch fragen, was er gerne hören möchte oder ob man nur zuhören soll oder Ratschläge geben darf. Damit alleine kann man das ein oder andere Fettnäpfchen schon mal vermeiden. Aber am wichtigsten ist immer noch: Zeigt Anteilnahme, seid empathisch und nehmt die Gefühle eures Partners ernst!

Wenn ihr das alles beherzigt und dem Partner vielleicht noch mit einem Lieblingsgetränk oder Lieblingsnascherei entgegenkommt, um ihn aufzumuntern, habt ihr alleine so schon etwas Tolles für euren Gegenüber geleistet, damit er sich besser und vor allem gehört und gesehen fühlt. Solch eine Tat alleine kann manchmal schon ausreichen, damit es einem besser geht.

Euch geht es beiden nicht so gut, womöglich wegen eurer Beziehung

Sprecht euch aus!

Was stört euch am anderen und was kann man dagegen machen, damit beide besser in dieser Beziehung klarkommen? Dabei ist es egal, ob die Probleme in der Beziehung gerade ein Hauptproblem sind oder nur ein Teil des großen Ganzen sind, dass an euch beide oder nur an einer Person zerrt. Fakt ist: Wer nicht drüber spricht, kann auch keine Besserung erwarten, also redet über eure Probleme, bevor sie noch schlimmer werden.

Denkt dran, niemand von euch kann die Gedanken des anderen lesen und wer auf eine stille Besserung hofft oder mit Drohungen antwortet (Liebesentzug, selbst nichts mehr in Haushalt/Beziehung machen etc.), erwartet oft eine böse Überraschung. Auch hier gilt es die Gefühle eures Gegenübers zu achten, nicht lächerlich zu machen und auch bereit für Kompromisse und Veränderung zu sein. Vergesst nicht: Beziehungen sind und bleiben Arbeit!

Mann muss dafür auch manchmal Veränderungen oder Kompromisse zum Wohl des anderen eingehen, damit diese weiter Bestand hat und man sich selbst weiterentwickeln kann. So lange all dies ausgewogen bleibt und ihr vertraulich und mit Respekt voreinander über all diese Dinge reden könnt, sollte dies für euch allerdings kein Problem darstellen!

Kommunikation ist der Schlüssel

Wie ihr also seht, gibt es vieles, worauf man beim Partner achten muss, gerade in einer Beziehung. Und hier geht es nur um Gefühle! Es ist allerdings unverkennbar, dass Kommunikation der Schlüssel zu jeder Partnerschaft ist. Nur durch gegenseitiges Reden versteht ihr, was im Inneren eures Gegenübers vorgeht. Nur durch ein gegenseitiges Austauschen lernt ihr von den Denkweisen und Bedürfnissen des anderen. Nur wenn ihr euch mit dem anderen beschäftigt, lernt ihr die Hobbys und jeweiligen Verhaltensweisen eures Partners.

Beziehungen sind und bleiben harte Arbeit, dessen Endresultat wie in einem Liebesfilm man nicht einfach so auf einem silbernen Tablett serviert bekommt. Es ist wie bei einem niemals endenden Schulkurs, den man zusätzlich antritt, nur dass sich dieser auf die Person bezieht, mit der ihr zusammenlebt. Und auch wenn es manchmal schwierig ist, diesen Kurs nebenbei laufen zu haben, während ihr eure eigene Gefühlswelt erst einmal kontrollieren und regeln müsst, so gibt es nichts Schöneres, als wenn euer Partner euch genau so kennenlernt wie ihr ihn.

Wenn er ankommt und euch so sehr vertraut, dass er Rat von euch möchte oder euch mit dem perfekten Rat und Tat zur Seite steht, weil auch ihr so wichtig in seinem Leben seid, dass er mit Freuden alles über euch lernt und einem helfen möchte. Eine Beziehung ist ein Geben und Nehmen. Und auch wenn ihr beide verschiedene Bedürfnisse, Wunschvorstellungen oder Gefühle haben solltet, so sind all diese kleinen Flüsse, die eure gegenseitigen Inseln eures eigenen Seins voneinander trennen, ganz leicht mit den Brücken der Kommunikation überwindbar. Ihr müsst nur die Initiative ergreifen und sie auch bauen wollen.

Wenn ihr das erst einmal verstanden habt und trotz eurer Meinungsverschiedenheiten denselben Weg einschlagen wollt, wird kein Fluss je breit genug sein, dass ihr ihn nicht überqueren könnt. Und im Zweifelsfall baut jeder von euch auf seiner Seite so lange eine Brücke, bis ihr euch in der Mitte trefft. Denn zusammen ist alles möglich, so lange ihr miteinander sprecht und die Gefühle des anderen wertschätzt und respektiert.

Genau das und nicht weniger ist nämlich das Recht jedes einzelnen Individuums auf diesem Planeten und damit ist der Grundstein für eure Beziehung fest verankert, egal wie verschieden ihr in manchen Lagen auch voneinander seid oder auch nur denkt, dass ihr es seid. Denn eine gemeinsame Beziehung verbindet einen mehr, als was es manchmal den Anschein hat.

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