Wie man mit Geheimnissen in der Beziehung umgeht

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Zusammen in einer Beziehung Geheimnisse zu haben, ist eine Sache, aber als einzelne Person dem Partner Sachen vorzuenthalten, kann zu einem Segen oder zu einem Fluch werden, abhängig, um was es geht.

Um eines im Voraus klarzustellen: Es ist völlig in Ordnung, Geheimnisse zu haben!

Reichen diese nun von den simplen ‘Notfallgeheimnissen‘ wie das Verschweigen einer geheimen Geburtstagsfeier, eines Ereignisses, das in der eignen Vergangenheit passiert ist und über das man ungern spricht oder geht es um Geheimnisse, die man zum Beispiel mit dem besten Freund teilt, die selbst den eignen Partner nicht unbedingt etwas anzugehen haben.

Alles ist möglich so lange man sich an die Spielregeln hält!

Aber von welchen Spielregeln reden wir hier? Erst einmal ist es wichtig zu erklären, was Geheimnisse für eine Macht in unserer Gesellschaft haben.

Geheimnisse sind genau genommen eine unsichtbare Währung. Sie sind außerdem eine Geheimwaffe und gleichzeitig ein Schutzmechanismus. Man selbst hat die Möglichkeit, andere in seine Geheimnisse einzuweihen und macht diese ausgewählten Menschen damit zu einem kleinen Kreis der engsten Vertrauten. Alleine deshalb schon kann das Austauschen von Geheimnissen einen gewissen äußerlichen Status mit sich bringen, der die eingeweihten Leute in der Freundesgruppe vom Rest abhebt.

Sie haben einen Sonderstatus, denn sie sind eingeweiht.

Dies gilt natürlich nur, sofern mit dem Verraten von Geheimnissen nicht um sich geworfen wird, womit sie laut Definition dann auch keine mehr wären. Durch das Erzählen von Geheimnissen macht man sich meist angreifbar, da oft unsittliche, unangenehme, peinliche oder umstrittene Denkweisen oder Erlebnisse geteilt werden, die negativ auf die eigene Person zurückzuführen sein können. Wen also die falsche Person von einem Geheimnis erfährt, kann dies auch gegen einen benutzt werden. Manche Personen, besonders die einem nicht gut gesinnt sind, können nicht nur das eigene Geheimnis noch zusätzlich mehr ins Negative abwandeln, sondern erfinden selbst Geheimnisse, die der eigenen Person dann angehängt werden, obwohl sie nicht der Realität entsprechen.

Geheimnisse haben eine große Macht in der Gesellschaft

Durch sie kann man das Leben eines anderen verändern und sie können auch genutzt werden, um den engsten Kreis der Vertrauten zu bestimmen und sich von anderen abzugrenzen. So oder so bleibt dessen Teilung ein unausgesprochenes Statussymbol, das gleichzeitig etwas über sich selbst und die Denkweise des Gegenübers preisgeben kann und das ohne dass eigentliche Geheimnis überhaupt ausgesprochen zu haben.

Sobald das klar geworden ist, sollte man darüber nachdenken, wie man mit den eigenen Geheimnissen in einer Beziehung umgeht. Normalerweise ist es gesellschaftlich ja so geregelt, jedenfalls in der Öffentlichkeit, dass Geheimnisse vor dem Partner zu haben, ja oft als negativ dargestellt wird.

Es hieße, man vertraue dem Partner nicht oder man könne das Geheimnis nicht verraten, weil es die Beziehung belasten würde (z. B. Ein Seitensprung). Dabei liegt es in der menschlichen Natur über die aufkommenden Lebensjahre eine Anzahl an Geheimnissen zu bilden (gilt natürlich nicht für jede Person, viele gehen damit auch offen um), die man gerne für sich behalten möchte.

Sind dies negative Erfahrungen aus der Vergangenheit, peinliche Ereignisse oder einfach Dinge/Entscheidungen, über die man Scham verspürt, dass sie damals so passiert sind, weil man weiß, dass man es heute besser machen würde.

Geheimnis ist nicht gleich Geheimnis

Auch Traumata und unterdrückte Erinnerungen können dabei sogar zu einem wohlgehüteten Geheimnis werden, die sogar vor einem selbst verborgen sein können und dann darf man auch nicht vergessen, dass es durchaus Geheimnisse gibt, die für andere zwar spannend sein können, aber man selbst gar nicht so wahrnimmt und diese deshalb niemals ausspricht. Es gibt eine Vielzahl an Geheimnissen, die man über die Jahre aufbauen kann und die man auch unabsichtlich dem Partner nicht erzählt. Eine Einstellung, mit der man in der Beziehung wohl oder übel leben muss. Denn man darf nicht vergessen, dass der Partner auch ein Leben vor der eigenen Beziehung hatte.

Der eigene Partner hat, genau wie man selbst Fehltritte hinter sich, schlechte Erfahrungen gemacht, peinliche Erlebnisse gehabt und sicherlich auch den einen oder anderen Scham-Moment hinter sich, den man tief ins Unterbewusstsein vergraben hat. Einen Partner daher zu messen, wie viele Geheimnisse er preisgibt und wie viele nicht, ist daher erst einmal nicht nur unangemessen, sondern spiegelt auch die eigene Unsicherheit der Person wieder, die die völlige Transparenz in der Beziehung fordert.

Es ist in Ordnung, wenn man nicht alles über den Partner weiß, vor allem, wenn die Geheimnisse des Partners noch andere Personen belasten können. In dem Fall muss man als Partner lernen, dies auszuhalten. Ein nicht erzähltes kleines Geheimnis aus der Vergangenheit oder eines, das man mit Freunden teilt, muss noch lange kein böses Omen sein oder das Ende der Beziehung bedeuten. Vertrauen ist hier der Schlüssel, so wie die Kommunikation darüber, was das in sich behalten von Geheimnissen mit einem anstellt und ob es wert ist, deshalb so viel Misstrauen zu schüren.

Anders sieht es aus, wenn die Geheimnisse ein anderes Gewicht mit sich bringen oder die Schädigung einer Person beinhalten. Kommt der Partner verspätet nach Hause und weigert sich, Gründe anzugeben, obwohl man selbst in die Abendplanung involviert ist? Werden immer wieder spontan Versprechen gebrochen, ohne dass man sagt, warum? Trifft man sich plötzlich weniger und der Partner rückt nicht mit der Sprache raus, obwohl man selbst darunter leidet?

Nicht immer steckt hinter einem Geheimnis etwas schlechtes

Natürlich müssen diese Dinge, obwohl die meisten sicherlich als Erstes daran denken, nichts mit einem Betrug oder Seitensprung zu tun haben, was, als Geheimnis an sich, bereits verwerflich ist, da dieses eine andere Person davon abhält, zu erfahren, dass sie geschädigt wurde. Diese Dinge können alle verschiedener Natur sein. Der Partner fühlt sich vielleicht unwohl, es ist etwas auf der Arbeit passiert, worüber man nicht sprechen möchte oder kann oder andere Dinge können für ein plötzlich ungewöhnliches Verhalten verantwortlich sein.

Das Problem nur an diesen Geheimnissen ist, dass sie, sobald sie eine andere Person mit beeinflussen oder sogar schädigen, man sie dringend nicht mehr als Geheimnisse behandeln sollte. Wie immer kann das Unbekannte Angst einjagen und wir Menschen sind prädestiniert dafür, das Unbekannte mit unseren Ängsten aufzufüllen und die schlimmsten Szenarien auszumalen.

Wer also stets seine Verabredungen mit dem Partner absagt und sich weigert, dazu Stellung zu nehmen, darf sich später auch nicht wundern, dass der Partner beginnt, sich seinen eigenen, vielleicht auch unwahren Reim darauf zu machen, um eine Erklärung zu finden, um selbst mit der Situation umgehen zu können. In solchen Fällen ist es unabdinglich, dass man miteinander redet. Kommuniziert miteinander und deckt die Geheimnisse auf und besprecht sie. Denn Sachen zu verheimlichen, die nicht als süße Überraschung angepriesen wird, sondern die Beziehung negativ beeinflusst, kann, ohne das man es merkt, schon eine gedankliche Trennung mit sich ziehen, wenn man die Karten nicht offen legt.

Niemand möchte mit einer Person zusammen sein, die ‘Geheimnisse zu haben‘ als Ausrede nutzt, um mit allem in der Beziehung durchzukommen. Gerade wenn dabei in Kauf genommen wird, das man den eigenen Partner absichtlich im Dunkeln lässt und meist verletzt. In dem Fall muss der Geheimnisträger über seinen eigenen Schatten springen, sich mit seinen eigenen Problemen, getarnt als Geheimnisse, konfrontieren und lernen, vielleicht auch im Hilfegespräch mit dem Partner, damit umzugehen.

Die Kraft von Geheimnissen nicht unterschätzen

Denn genau für solche kritischen Momente ist eine Beziehung da, und das teilen von intimsten Informationen, Ängsten und darunter auch Geheimnissen kann die Beziehung und die Bindung zueinander durchaus stärken. Unterschätzt die Kraft von Geheimnissen also nicht. Wisst sie zu nutzen. Nicht nur für euch selbst oder eure engsten Vertrauten, sondern auch in eurer Beziehung und bleibt dabei im Spielrahmen, damit ihr weder euch, noch euren Partner, damit verletzen oder hintergehen könnt.

Ihr entscheidet zwar, was ihr offenlegt und was nicht, aber ein Wort zu viel oder zu wenig kann eure gesagte Beziehung auf den Kopf stellen. Gleichzeitig nehmt sie auch nicht alt zu ernst und nutzt die Kraft lieber, um zusammen neue Geheimnisse zu machen, da diese nicht nur die Beziehung stärken, sondern auch für den nötigen Beziehungsfunken und Spaß sorgen können. Findet den passenden Mittelweg und vergesst nicht, dass egal was passiert, immer jemand da ist, der euch sicherlich zuhören wird, wenn ein Geheimnis mal zu schwer wird, um es alleine mit sich herumzutragen. Dafür ist eine Beziehung da.

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