Wie Wertschätzung deine Beziehung verbessert

Oft gehen wir Menschen durch die Welt und nehmen vieles für selbstverständlich. Dies beginnt schon bei unserem Geburtsland, das um einiges gesegneter sein kann als ein anderes. Dann unsere Familie, die nicht nur finanziell, sondern auch emotional für uns da war, bis hin zu unseren Freunden, unserer Ausbildung, der Arbeit oder Besitztümern.

Viele Dinge, mit denen wir uns im Alltag umgeben, sind für uns selbstverständlich. Was auf der einen Seite gut ist, da so etwas wie elterliche Liebe eine Voraussetzung sein sollte, aber auf der anderen Seite trotzdem gewürdigt werden muss.

Wertschätzen was man hat

Das Wort ‘Danke‘ ist hier das Stichwort. Und dies gilt nicht nur bei all den eben genannten Dingen, sondern auch bei unserer Beziehung. Man sollte den anderen immer zu schätzen wissen und dies auch hin und wieder mehr zum Ausdruck bringen.

Viele kennen das. Der Partner ist einfach da. Sei es zu Hause oder es reicht ein einfacher Nachrichtenaustausch und man trifft sich. Aber genau dort beginnt schon die Selbstverständlichkeit. Man versuche sich nur einmal in einen Single hineinzuversetzen, der Vieles geben würde, um nach Hause zu kommen und jemand würde auf ihn warten. Oder man denke an die Leute, die eine Fernbeziehung führen und den Luxus des häufigen Sehens leider nicht genießen können.

Es ist nicht selbstverständlich, sich tagtäglich oder wöchentlich zu sehen. Dies alleine also schon wertzuschätzen ist eine Sache, die einem über den Tag aus Kraft geben kann und sogar das Gefühl beflügeln kann, dass man sich mehr aufeinander freut.

Was auch nicht selbstverständlich sind, sind Streitereien. Während ihr euch jetzt vielleicht fragt, wie diese Aussage gemeint ist, seit euch darüber im Klaren, dass man an Streitereien in einer Beziehung auch wachsen kann. Man führt diese niemals absichtlich herbei (oder sollte es zumindest nicht), sie entstehen einfach so als Nebenprodukt des Alltages und der verschiedenen Denkweisen und persönlichen Eigenschaften, die ihr in einer Beziehung mitnehmt.

Aber so nervig sie auch sein können, umso wichtiger sind sie. Man braucht Reibungen, Meinungsverschiedenheiten oder Differenzen, um einander zu wachsen. Ihr müsst sogar über diese reden, da nur durch gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz die Beziehung überdauern kann. Man lernt, so faszinierend es auch für einige Leute klingen mag, durch einen Streit den Partner besser kennen.

Streiten kann auch zu Wertschätzung führen

Einen Streit kann man nutzen, um die Bedürfnisse und Wünsche des Partners zu erfahren, der sich im Gegenzug durch die Fragen vielleicht sogar wertgeschätzt fühlt. So kann sich eine sanfte, reflektierte Diskussion entwickeln, die ein wahrer Segen sein kann.

Schließlich geht es in einem Streit nicht darum, ob man recht hat, dem Partner auf seine Seite zieht oder gewinnt, sondern nur, dass man sich einig wird oder zumindest die Denkweise des Gegenübers akzeptiert. Und dafür ist es wichtig, die Denkweise und emotionalen Zustand des Partners, in Bezugs aufs Streitthema, zu erfragen. Und durch diese Fragen lernt ihr euren Partner besser kennen.

Viele von euch werden an dieser Stelle allerdings sagen, dass es Sachen gibt, die euch dennoch in den Wahnsinn treiben. Egal wie sehr ihr euren Partner schätzt und akzeptiert, es gibt Streitereien, die hätten locker vermieden werden können, wenn Partner XY nicht schon wieder getan hätte, worüber ihr vielleicht sogar schon öfters gesprochen habt. Ein perfekter Übergang zu den ‘negativen Eigenschaften‘ eures Partners.

Denn diese können im schlimmsten Fall, egal wie für ihr darüber sprecht, nicht geändert werden. Selbst wenn ihr das schafft, würde nur eine andere Eigenschaft zutage kommen, die diesen Job übernimmt, da Menschen schlicht und einfach nicht perfekt sein können. Perfektionismus in einer imperfekten Welt zu erwarten, ist reine Selbstzerstörung. Egal ob ihr dies von euch oder von eurem Partner erwartet.

Ihr selbst, so wie euer Partner, werden immer schlechte Eigenschaften haben. Auch wenn gewisse Verhaltensweisen abgeändert oder angepasst werden können, so sollte das Ziel niemals sein, euren Partner komplett umzukrempeln. Dies zeigt nicht nur, wie wenig Rücksicht ihr für euren Partner übrig habt, sondern würde auch offenbaren, dass die empfundene Liebe nicht stark genug wäre, da ihr sie einem persönlichen Wunsch nach Veränderung unterordnet.

Man kann es gar nicht oft genug sagen, aber: Niemand ist perfekt. Und das ist auch gut so. Denn jeder, der perfekt sein will oder dies erwartet, kompensiert damit meist doch nur seine eigenen Ängste und Fehler. Fallt auf solche Denkweisen bloß nicht herein!

Wertschätzen durch Veränderung

Wenn ihr unbedingt etwas an eurem Partner verändern wollt, weil es euch stört/verletzt oder es Probleme macht und der Partner das auch ändern möchte, dann arbeitet zusammen! Und seid dabei realistisch! Vermeidet Schuldzusprechungen, reflektiert lieber über Situationen und benutzt statt ‘Du-Botschaften‘ lieber ‘Ich-Botschaften‘. (‘Ich fühle mich nicht wahrgenommen‘, klingt immer besser als ‘Du nimmst mich überhaupt nicht wahr!‘)

Auch Hilfestellungen können gut sein. Wenn euer Partner zum Beispiel oft Sachen vergisst, unterstützt ihn, indem ihr zum Beispiel überall Zettel aufhängt, anstatt ihn ständig daran zu erinnern, wie oft er Dinge vergisst (das demotiviert nur und lindert die Lust auf Mitarbeit, um das Problem gemeinsam zu überwinden). Ihr seid ein Team, also arbeitet auch so.

‘Negative Eigenschaften‘ zu überwinden ist für keinen leicht, immerhin muss man die neuronale Straße im Gehirn, die man bereits seit Jahren gefahren ist, nicht nur plötzlich vermeiden, obwohl sie viel kürzer ist, sondern nebenbei auch noch eine neue aufbauen. Und das kann Zeit kosten. Wieder ein Punkt, an dem Akzeptanz wichtig ist, falls ihr nicht zu einer Einigung kommt, damit wenigstens ihr euren Seelenfrieden findet.

Selbst die ‘negativsten Eigenschaften‘ können durch einen kleinen Perspektivwechsel manchmal auch hilfreich sein oder gar als nicht allzu schlimm betrachtet werden. Also setzt euch mit eurem Partner zusammen und sprecht darüber.

Bedankt euch bei ihm, auch wenn der Versuch der zu ändernden Eigenschaften vielleicht nicht so erfolgreich war. Der Versuch ist das, was zählt und der gemeinsame Austausch und Lob der Schlüssel, dass es sogar noch besser werden kann. Gerade wieder in Bezug auf Streits, der das Kryptonit jeder Beziehung ist und weswegen auch schon so viele Beziehungen endeten, seit ihr bisher immer erfolgreich herausgekommen und habt dabei sogar noch etwas gelernt.

Nehmt diese Alltagsunterbrechungen nicht als selbstverständlich, sondern seht sie als eine bezwungene Herausforderung an, die euch persönlich gestärkt hat und eure Beziehung noch weiter gefestigt hat. Zelebriert das unter euch und erfreut euch daran, nicht an euren Differenzen untergegangen zu sein, sondern dass der Partner euch so lieb war, dass ihr euren Stolz überwunden habt und dem jeweils anderen entgegengekommen seid.

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